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Das Morgenland · 1842-09-01 · 9 (9.1842) · p. Seite 266

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
9 (9.1842)
Date
1842-09-01
Page
Seite 266 (sequence 10)
Language
German
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Di« Restvnauer. ies auch in der That keine Kleinigkeit gewesen sein. Ich fürchtete aber nicht, daß dieses geschehen werde, und legte mich sofort zum Schlafe nieder. Kaum hatte ich angefangen zu schlummern, als -ich plötzlich wieder auffuhr. Eine unbekannte kräftige Hand hatte meine Füße ergriffen und schlang ein Seil um dieselben, in der Absicht mich an das Gerüst anzubinden, damit ich nicht herunter falle. Auf meine Gegenvorstellungen erhielten meine Füße ihre Freiheit wieder, und der ungebetene Besucher kletterte hinab nach seiner eigenen Lagerstätte, und überließmich in der Men Dunkelheit meinen Betrachtungen über das Sonderbare meiner Lage. Der Gedanke, mich bei den Füßen anzubinden, kam mir so drollig vor, daß es einige Zeit anstand bis ich meine vorige Sammlung wieder gewonnen hatte. Rings um uns lagen auch die Dorfbewohner im Schlafe; einige auf Gerüsten, ungefähr wie das meim'ge, andere ganz einfach auf den Kieseln des BachuferS. Seitwärts stiegen die Berge fast senkrecht empor und schienen mir Scheidewände zu sein, die mich von aller Unruhe der bewegten Welt abtrennten; über mir ruhte das sternenvolle Firmament, ein stiller Zeuge der herrlichen Macht des allgegenwärtigen Gottes. Meine Gedanken wandelten hin zu dem theuern Vaterlande, und alle die Lieben, die Be« glriter meiner vergangenen Tage, traten mir vor die Seele. Jetzt war ich Fremdling und Pilger, einsam wandernd in den Gebirgen des Morgenlandes und unbekannt mit den Loosen die der morgende Tag bringen könnte. Doch ich wußte ja, daß ich in aller Einsamkeit nicht allein sei; aufs neue empfahl ich mich dem treuen Hüter, der nimmer schläft noch schlummert, und ruhig ließ ich mich vom lauten Plätschern des Stromes in sanften Schlaf einwiegen.

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