Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 258 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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258 Die Restorianer. und öffentlich seine Zustimmung zu dem, waS wir zum Besten des Volkes unternehmen würden. Als die Sonne gegen mein Vaterland sich hinüber zu neigen anfing, bestiegen wir einige Maulthiere und rit« tcn über einen Berg nach dem Dorfe und der Kirche Mar Ezieh. Dieß ist eine der ältesten und am meisten verehrten Kirchen bei den Restorianern. Rach den, bei ihnen vorhandenen Nachrichten wurde sie vor 1400 Jahren durch Balak, einem christlichen Fürsten von Bagdad, erbaut, der die Sommermonate in diesen Gebirgen zuzubringen pflegte. Es war eben die Stunde des Abendgebets als uns die Kirche zu Gesichte kam. Sogleich stieg der Patriarch von seinem Thiere und sprach sein Gebet. Er richtete dabei sein Angesicht nach der Kirche, wie auch die Israeliten beim Gebete ihr Angesicht nach dem Tempel wandten. Diese Kirche ist vielleicht ^nter allen nestorianischen Kirchen die größte; sie ist jedoch in dem gleichen einfachen Style gebaut wie die andern, mit sehr dicken Mauern und einem flachen Dache, das von zwei gothischen Bogengewölben getragen wird, welche die beiden Abthki« lungen de- Innern überragen. Das Heiligthum mit dem Taufstein bildet eine eigene Abtheilung. Eine buntscheckige Sammlung von Shawls und andern Zeugen hing rings an den Wänden zur Erinnerung an die Teppiche der StistShütte. An einem Balken vor der östlichen Seite der Kirche hing eine große Glocke. Es hat etwas besonders feierliches und ergreifendes, wenn diese christliche Glocke mit dämmerndem Morgen, zwischen de« Kelsen und Thälern wiederhallend, daS Volk zum Frühgebete mahnt. Der Djelu-District eignet sich besonders für eine Missionsstation. Er enthält fünfzehn beträchtliche Dör«