Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 243 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Oie Neilvrianer. 948 Ardisch hinabzogen, schreckte uns plötzlich der Anblick eines Haufens Kurden, 18 bis 20 Mann. Sie hielten ruhig zu Pferde kaum eine Viertelstunde Weges zwischen uns und dem See. Einer von ihnen jagte im Galopp auf uns los, die Lanze auf kurdische Art in der Hand wiegend. Er sollte uns recognosciren. Unsere Reisegesellschaft zitterte, nicht so sehr vor dem einzelnen Kurden, als vielmehr vor dem was geschehen werde, wenn der Kundschafter dem Haufen werde Bericht erstattet haben von unserer Unfähigkeit zum Widerstande. An Zahl waren wir ihnen zwar überlegen, aber es handelte sich darum, ihnen unser» Mangel an Vertheidigungsmitteln zu verbergen. Zu diesem Ende legte einer der Unfern die Flinte an, um den Kurden, sobald er nahe genug gekommen, niederzuschießen. Auf mein Anrathen begnügte er sich qber, dem Reiter die Kugel über den Kopf weg zu jage», was diesen zum augenblicklichen Stillhalten brachte. Sofort machten die Unser» dem Gegner drohende Zeichen und suchten so viel möglich sich gerüstet zu zeigen, selbst mein emporgerichteter Regen, schirm mußte den Anschein eines Karabiners annehmen. Der Kurde hielt es nicht für räthlich, näher heranzukommen, und ging in vollem Galopp zu seinen Gefährten zurück. Die Unsrigen waren in ängstlicher, gespanntester Erwartung. Um den Bericht ihres Kameraden zu vernehmen, machten die Kurden eine Bewegung vorwärts. Schrecken ergriff die Unfern; verzweifelnd schrieen sie: »Sie kommen»! Jeder drängte sich gegen die Mitte unseres Zuges, um nicht der erste zu sein, den daS Todesloos erreiche. Einige riethen zur Flucht, was aber bei unserm schlecht berittenen Zustande und der mehrstündigen Entfernung des nächsten Dorfes ganz unthunlich war. Ich drang in sie, getrost auf der Straße zu