Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 234 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Die Nestoriuner. gipfeln hingezogen war, nun aber im kühlen Abendhauche über mir mit Hellem Blitz und lautem Krachen des Don« ners, und schwemmendem Regengüsse sich entlud. Bei einbrechendem Abend fanden wir Obdach in dem Posthanse zu Djevislik. Eine grobe Matte wurde mir zum Riedersiyen ausgebreitet, die üie fehlende türkische Herzstärkung, starker Kaffee ohne Milch und Zucker, wurde in Tassen von-dem Umfang einer kleinen Eier« schaale aufgetragen und dazu die notwendige Begleite« rin gereicht, die Pfeife mit dem vier Fuß langen Rohr. Das waren mir aber schlechte Ersatzmittel für den Man» gel eines trockenen Bettes. Vergeblich wünschte ich ein solches auf die Nacht zu erhalten. Ich mußte mich da» mit begnügen, in meinen durchnäßten Mantel mich einzuwickeln und in eine gesteppte baumwollene Decke, die ich auf dem Sattel mit mir führte. Mein Nachtessen bestand ans saurer geronnener Milch — Jugurt ge« nannt, — gebackenen Giern und grobem schwarzem Brot. Ich theilte dasselbe mit zwei hungrigen Derwischen, Pilgern gleich mir, und wir tauchten brüderlich die Hand in eine Schüssel. Ich entdeckte bald, daß meine Gesellschafter unter ei« nem unscheinbaren Aeußern nicht gemeine Einsicht und Verständigkeit bargen, wozu hauptsächlich ihre ausgedehnten Reisen mögen beigetragen haben, da die Der» wische eine privilegirte Claffe religiöser Landfahrer sind. Sie waren gesprächig und erwiederten meine Gastfreundlichkeit durch eingehende Beantwortung meiner Fragen in Betreff verschiedener wichtiger Punkte der Religion des Korans. Sie beklagten die Neuerungen des Sultans, der, wie sic sagten, vom Glauben abgefallen sei; religiöse Leute, wie sie, genössen nicht mehr die Ehrerbie« tung, die ihnen früher gezollt worden; die Welt habe