Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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22« Die Christen im Paschalik Mosul. wegung zu setzen, um sich künftige politische Anhänger zu bilden. Rußland sucht natürlich die griechischen Christen, Frankreich die katholischen, England die nicht-unirten (nicht mit Rom verbundenen) aller Secten an sich zu ziehen. Das Netz dieser Einflüsse umschlingt mehr und mehr alle Theile des türkischen Reiches, und bildet da, wo sehr verschiedene Secten zusammen wohnen, oft einen verworrenen Knaul, von dem sich schwer voraussehen läßt, in welches Resultat er sich einst aufwinden werde.§ Einer der verworrensten knüpft sich gegenwärtig in Mosul, wo Interessen aller Art sich auf einem höchst günstigen Boden bekämpfen: in den Ebenen des Paschalik findet man katholische und nicht «unirte Nestorianer und Armenier; im Gebirg katholische und nicht-unirte Chaldäer (unabhängige Nestorianer), welche letztern durch ihre politische Lage in nächster Zukunft überaus wichtig werden müssen; ferner Jacobiten, Jeziden, Kurden, die mit der christlich-chaldäischen Republik im Gebirge in mannigfacher religiöser und politischer Verbindung stehen, und diese Stämme werden jetzt vielfach von amerikanischen, englischen, französischen und italienischen Missionaren bearbeitet. Die amerikanischen Episcopalisten haben in Urumia, auf der persischen Seite des Gebirgs eine Mission für Nestorianer, welche auf den vortrefflichen Grundsatz gegründet ist, die nestorianische Kirche nicht zu bekehren, sondern durch sich selbst zu reformiren, indem sie die Bischöfe zu besserer Kenntniß der Bibel und ihrer eigenen alten und damals reinern Kirche bringen. Dieser Gedanke ging von Basel aus, wurde von den amerikanischen Missionen angenommen, und trägt sehr schöne Früchte; man sieht in dem Misflonshause von Urumia immer nestorianische Bischöfe, welche ihren Ritus in der dortigen'Kapelle üben, bei den Missionaren