Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 215 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Verirren in der Wüste. ris In der Ebene erwarteten mich die beiden jungen Freunde, und ich sah erst jetzt wie nöthig mir ihre Begleitung gewesen war, denn mein Auge konnte nirgends die beiden Zelte finden, und ich würde sie in einer ganz andern, falschen Richtung gesucht haben, wenn Bernatz mich nicht zurechtgewiesen hätte. Bei den Zelten bemerkten wir eine Bewegung der Beduinen um zwei eben angekommene Kameele. Wir liefen freudig hin, denn wir vermutheten, daß der Dragoman und der ihn begleitende Beduine, hoffentlich ja mit Dr. Roth zurückgekehrt seien. Allerdings waren eS jene beiden, unser Freund aber nicht bei ihnen; ihr Nach- - forschen war vergeblich gewesen. ES galt jetzt abermals ein Festhalten an dem »Stecken und Stabe» des Pilgrims. Ein einziger, lieber Sohn konnte mich nicht näher angehen, als dieser Verlorene. Wen konnte meine Seele nach ihm fragen, als den, der auf allen ihren Wegen den Verirrten begegnet und von ihnen Allen weiß. Ein anderer ganz besonders munterer und kräftiger Beduine wurde beauftragt ein Dtomcdar znzurüsten; noch bei Nacht sollte er zurückkchren zu der von uns verlassenen Gegend, und alle Kamcclhirten und nomadisirenden Beduinen aufbieten, mit ihm das Land zu durchsuchen. Die gute Hausfrau verweinte ihre Sorgen; mich hatten nach einigen Stunden zwar nicht der erquickende Schlaf, wohl aber Phantasircn deS Traums beschlichen, da hörten wir kurz vor Mitternacht, ein Freudengeschrei der Beduinen; der Verlorene war gefunden; der Beduine, welcher kaum vor einer Stunde nach ihm ausgen'ttcn war, brachte ihn mit sich auf seinem Dromedar. DaS, was uns am vorhergehenden Nachmittag als Unfall erschienen war, daö Niederstiirzen deS Kameels am Wege, das war unser Aller Glück gewesen, der