Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Der Prophet Zephanja. rung (im I. 639). Ihm folgte sein, damals, acht Jahre alter Sohn Josia (reg. von 639 bis 669, oder nach anderer Berechnnng von 642 bis 611). Dieser betrat die Bahn seines Ahnvaters David und wirkte während seiner dreißigjährigen Regierung dahin, Götzendienst und Laster auszurotten, und das Volk zu der Beobachtung des ihm von Gott gegebenen Gesetzes zurückzuführen. Da um dieselbe Zeit, wie schon bemerkt, die assyrische Macht gebrochen und die chaldäische oder babylonische noch nicht so weit entwickelt war, um den mittelländischen Uferstaaten gefährlich zu werden, so hatte das Reich Juda auch von außen Ruhe, und es waren die Tage des Josia gerade von der oben geschilderten Art: gute Zeit, Sicherheit, ein neues Aufleben und Aufath,. men des ganzen Volks- und Staatskörpers, aber dieses nur Windstille vor dem Sturm, Abendlicht vor der nahenden Nacht; im Volke jedoch Verblendung, Sicherheit, üppige Behaglichkeit und Niemand der den dünnen Schleier höbe und mit warnendem Finger zeige, was in nächster Zukunft drohe, außer die Propheten Zephanja und Jeremia. Der König Josia endete, wie mehrere andere Könige, welche das verhängnißvolle Glück hatten, als edle Männer noch die letzten Wohlthäter einer jäh versinkenden Zeit zu sein. Solche Könige enden tragisch, und ihr gewaltsamer Tod, scheint in innerm Widerspruch zu stehen mit der würdevollen Güte ihrer zurückgelcgten Laufbahn; derselbe ist aber typisch ein Vorzeichen dessen, was mit ihrem Tode oder unmittelbar nach demselben über ihr Volk Hereinbrechen werde. Josia stellte sich dem ägyptischen Könige Necho entgegen, als dieser gegen Carchemisch am Euphrat zog. Necho war ein unternehmender Regent; er ließ jenen Canal graben der vom Nil zum rothen Meere führte und dieses mit