Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 6 (6.1842)
- Date
- 1842-06-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Zuge auf dem Orient. Hauptzüge seiner bunten -ebensgeschichte will ich hier mittheilen. Er hatte eine Menge von -ändern gesehen, war aber nirgends lange genug geblieben, um der Sprache Meister zu werden. Er bildete sich daher ein Patois, das aus Wörtern aller bekannter» Sprachen zusammen» gesetzt ist, nicht ohne Beimischung solcher die keiner an» zugehören scheinen. Von Geburt ist er ein Pole, kam aber frühe nach Amerika zu einem Oncle, der in Phila« delphia wohnte. Er verließ das Haus seines Verwandten, als ihm eines Tags die Tante übel begegnete. Ohne Obdach verbrachte er die Nacht in einem Schilderhäuschen, und wurde am Morgen als Vagabund vor die Stadtbehörde geführt. Man holte seinen Oncle herbe«, der sich alle Mühe gab, ihn in sein Haus zurückzubrin» gen. Aber G. blieb standhaft auf seinem Vorsatze, »»'s Vaterland zurückzukehren. Der Oncle nahm mit Thränen Abschied und der junge Pole ging auf einem französischen Schiffe in See.- Auf der Ueberfahrt wurde das Schiff von den Holländern weggenommen, und erst »ach zehnmonatlicher Gefangenschaft gelang eg ihm nach England zu kommen. Er fand ein Unterkommen in Manchester und verheirathete sichwie er glaubte, vortheil» Haft. Er lebte auf ziemlich hohem Fuße bis seine Frau starb und nach ihrem Tode sein Vermögen zu Grunde ging. Rach einander besuchte er alle größer« Städte in England, und fand endlich in Edinburg auf einige Zeit sein Fortkommen. Mit großer Vorliebe gedachte er seines dortigen Aufenthaltes, der aber nicht von allzu langer Dauer war, denn bald darauf versuchte er sein Glück in Rußland. Er fand nicht, was er suchte, uud wandte sich nach Frankreich, wo cs ihm gelang in Lyon sich uitderznlaffcn. Er batte eine Seifensiederei, bekleidete einige Armtchrn und kennte mit seiner Lage zufrieden