Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 5 (5.1842)
- Date
- 1842-05-01
- Page
- Seite 158 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427214-5427326--1829-4874283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
158 Stand der Dinge im Morgenlante. Bald nach der Ankunft de» Bischofs in Jerusalem verbreitete sich das Gerücht und lief durch alle Zeitungen Europas, es sei derselbe vom Volke und zwar den Chnsten anderer Glaubensbekenntnisse aufs gröbste beschimpft und während seiner Predigt mit Steinen und Koth beworfen worden. Glaubhafte Berichte versichern aber, daß daran kein Wort wahr sei, und daß alle diese und ähnliche Verleumdungen aus einer böswilligen Quelle fließe«, der alle Mittel willkommen sind, um das was sie nicht hindern kann, wenigstens mit der Lüge zu besudeln. Ein unparteiischer Briefsteller aus Griechenland sagt: »der Druck, welchem die Chnsten im Orient aus-' gesetzt sind, ist so groß und das Verlangen nach Hülfe von den mächtigen Staaten der Christenheit so lebendig, daß diejenigen Nachrichten glaublicher sind, nach welchen Bischof Alexander, der unter dem Schutz der ganzen Macht Englands unter sie tritt, von den andern Kir, chen unter großen Hoffnungen und mit Wohlwollen ist - ausgenommen worden». Aber nicht nur durch das Mittel ausgestreuter Gerüchte, auch auf diplomatischem Wege sind ernstliche Versuche gemacht worden, die Stellung deS Bischofs zu erschweren, wo nicht unmöglich zu machen. Von Seite Frankreichs und dann auch der Pforte sind nachdrückliche Ein, Wendungen gemacht worden, und erstere Macht hoffte hier eine Gelegenheit gefunden zu haben, um Oesterreich ans seine Seite zu ziehen und seine Verbindung mit den andern Mächten, namentlich Preuße», zu schwächen. Dieses gelang nicht. Die Erklärungen, welche England vereint mit Preußen an die beschwerdeführenden Theile abgab, mußten als befriedigend angenommen werden, indem sich zeigen ließ, daß Bischof Alexander keine Stellung einzunehmen beabsichtige, wodurch den Rechten An-