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Das Morgenland · 1842-05-01 · 5 (5.1842) · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
5 (5.1842)
Date
1842-05-01
Page
Seite 155 (sequence 28)
Language
German
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Stand der Dinge im Morgenlande. 155 bereits aus 50 bis 60 Personen bestehende Reiterzug Jerusalem näherte, wurde er vergrößert durch den türkischen Bey, der vom Pascha, mit einer Ehrenwache abgesendet war, um den Oberst Rose zu bewiUkommen. Zugleich strömte eine Menge Neugieriger auS den Thoren. — Die Gemahlin deS Bischofs und seine jüngern Kinder waren nicht zu Pferde, sondern wurden in einer Art Sänfte, Taterwan genannt, von zwei starken Maulthieren getragen, deren eins vorn, das andere hinten eingrschirrt war. Der Einritt — so erzählt der englische Verfasser einer in die öffentlichen Blätter übergegangrnen Schilderung dieser Scene — des nun aus mehr als 100 Reitern bestehenden ZugS gewährte einen höchst eigenthümlichen Anblick. Auf der einen Seite die grauen, massiven Zinnen und malerischen Thürme Jerusalems, auf der andern Seite daS Thal, das sich in rauhen Felsenzacken »nd wellenförmigen Windungen hinüber nach Bethlehem zieht, seine Lichter und Schatten vom Abendlicht gesänftigt, während die dunkle, und eigcnthümlich glatt abfallende GebirgSreihe von Moab jenseit des tobten Meeres den Gesichtskreis abschloß. Dazu die wild, ja gespenstig auösehenden Beduinen, ans ihren Rossen der Wüste den Zug umsausend, theils im Dscheredspirl *1 begriffen, theils ihre Flinten in die Luft abfeuernd, und das bunte Gedränge der Einwohner aller Elasse», vom Moslem im pelzverbrämten Talar und dem wohlgefalteten Turban herab bis zum schmutzigsten *) Da« vscheredspiäl ist »ine kriegerisch« Belustigung ker Araber |u Pferd«. und besteht in allerlei Reiterkunsten, welch» Angriff und Hluidt »erstellen, wobei nicht nur im Reiten, sondern auch ,m Werfen und Auffangen der, die Lanzen ersehenden Stangen, groß» Geschicklichkeit gezeigt wird. Der Zuschauer glaubt den erbittertsten Reiterkampf zu sehen und doch lö«t sich der wild« Knäuel immer wieder friedlich. Bei festlichen Gelegenheiten, ober wenn Jemand geehrt «erden soll, darf diese« Spiel ni« fehlen.

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