Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 4 (4.1842)
- Date
- 1842-04-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Her Prophet Nahem. vanen«Tagreisen, die gemeint werden bei Berechnung der Entfernungen, sind nicht größer als S bis 8 Stunden. Da nun die größern morgenländischen Städte nicht so enge gebaut sind als die unfern, sondern große Räume, Gärten, Anlagen n. s. w. in sich schließen, so paßt zu der angegebenen, Ungeheuern Größe auch wieder die Einwohnerzahl, welche nach dem Anschlag von »120,000 Menschen, die nicht rechts und linkzu unterscheiden gewußt» (Jona 4,11.) das heißt: Kinder bis zu drei, vier Jahren, auf eine Bevölkerung von fast zwei Millionen Seelen schließen läßt. Also eine Stadt etwa dreimal so groß, und zweimal so viel Menschen enthaltend als Paris. Die Befestigungen Rinive's entsprachen der Größe und Wichtigkeit der Stadt, welche Mittelpunkt und Schutzwehr eines so mächtigen und ausgedehnten Reiches war. Die Mauern hatten eine Höhe von 100 Fuß, mit solcher Dicke, daß oben auf denselben drei Wagen nebeneinander fahren konnten. Die Mauer selbst war wieder geschützt und verstärkt durch Thürme, welche zu einer Höhe von 200 Fuß sich erhoben und deren in allem fünfzehnhundert waren. Man betrachtete daher die Stadt als unüberwindlich. Von aller dieser Größe sind fetzt nur wenige Spuren mehr übrig. Die Namen Nunia, Rebbi Junas (Prophet Jona) und Rimrod, welche noch an einigen zerstreuten Dörfern haften, so wie der Hügel Kalla Runia, deuten auf dem östlichen Ufer deS Tigris alS schwache Nachklänge auf die Stadt zurück, welche di« Königin der Völker gewesen. Neben diesen Denkmälern, di« sich im redenden Munde der Menschen erhalten, zeigt auch der Boden Spuren des Großen, das hier untergegangen, in Steinen mit Keilschrift und ausgedehnte» Schutthügeln. Auf der Stätte, wo einst die üppige