Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 96 (sequence 32)
- Language
- German
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90 Tchuli' Schicksal in den kurdische» Gebirgen. fm bezeichne die einsame Grabstätte. Die Armenier von Basch-Kalleh, welche diesen letzten Dienst vern'chteten, durften au- Furcht vor den Kurden, die Leiche nicht in geweihte Kirchhofserde bringen. AIS der perfsiche Krönpn'nz Genugthuung verlangte, wurde derjenige, welcher die That ausgeführt, hingerichtet von denen selbst, welche, wie versichert wird, die eigentlichen Urheber deS Mordes waren. Man sagte mir, wenn dieser Mensch noch am Leben gewesen wäre, so würde ich schwerlich unversehrt durchgekommen fein, denn er würde geglaubt haben, ich komme als Bluttächer, und wenn er mich nicht tödte, so sei es um ihn geschehn. Mehrere der verständigsten Nestorianer und Armenier versicherten mich, Schulz habe die Auripigment-Minen so eben besucht gehabt, und die Kurden hätten aus der glänzend gelben Farbe des Minerals geschloffen der Reisende habe hier Gold entdeckt, und werde nun Bericht machen, daß sofort ein Kriegsherr nachrücke und da- Land einnehme. In diesem Wahne bestärkten sie die wissenschafttichen Beobachtungen, die sie ihn anstellen sahen, und wie er ihre Schlösser maß und die gemachten Bemerkungen niederschrieb. Nach Andern war eS Raublust, welche die Kurden zu dieser That vermochte. Der Reisende sei mit vielem Gepäcke gekommen und habe an die Häuptlinge nahmhafte Geschenke er« theilt. — In allewege lernt man auch hieraus wieder, daß in solchen Landern der Reisende in seiner Vorsicht, in Betreff derarttger Dinge, kaum zu weit gehen kann.