Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 90 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Olt Nkstonamschen Eheisten. •0 läng« brm Ufer des Zab hinreiste. Es zeigte sich mir aber nichts von Räubern, und ich gelangte ohne Hin» derniß nach dem wohl befestigten Schlosse des Häupt» lings, welches aus großer Entfernung von der Fels», spitze herunter, auf der eS liegt, deutlich sichtbar ist. Höchst unerwartet war es mir, den Häuptling auf dem Krankenlager zu finden. Er hatte sich drei Tage vor meiner Ankunft eine heftt'ge Erkältung zugezogen, wozu sich Fieber und Hitze gesellten. Ich gab ihm Arznei und nachdem ich ihm auch eine Ader geöffnet, kehrte ich nach meiner Herberge in der Stadt zurück, welche am Fuße des Berges liegt, auf dem das Schloß erbaut ist. Im Lauf des Abends sendete der Häuptling nach mir, er sei sehr krank und ich möchte augenblicklich etwas versuchen um ihn zu erleichtern. Ich ließ ihm durch seinen Boten zur Antwort sagen, er müsse Geduld haben und die Wirkung der Arzneien abwarten, welche ich ihm gegeben. Um Mitternacht kam der Bote wieder, mit dem Berichte, der Häuptling befinde sich immer noch sehr übel und wünsche meinen Besuch. Ich gehorchte der Einladung, und stieg den langen, gewundenen Fuß» pfad zum Schlosse hinan. Die Schildwachen auf den Wällen n'efen mich an in den rauhen Tönen ihrer Kur» densprache. Ein weites, mit Eisen beschlagenes Flügel» thor that sich auf und wir traten in den äußern Hof. Ein zweites eisernes Thor führt in einen langen dunkeln Gang, der uns nach dem Zimmer brachte, wo der Häupt« ling zu Bette lag. ES war zu merken, daß er unge» duldig geworden, und als ich nun die Schmetter, Pistolen, Flinten, Sperre und Dolche — die gewöhnliche Ausstattung eines kurdischen Schlosses — rings an den Wänden des Zimmers aufgehängt erblickte, mußte ich an daS Schicksal des unglücklichen Schulz denken, der,