Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 87 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Die negvriamschen Ehrigen. sten Bergen bleibt der Schnee durch alle Jahreszeiten in Massen liegen, aber auf keinem Gipfel in dieser Ge, gend hält er sich das ganze Jahr. Unter der Menge von Kranken, die während meines Aufenthalts bei dem Patriarchen zu mir gebracht wurde, befand sich auch ein Mann von dem benachbarten Djelu» Stamme. Bei dem Uebergange über die Berge verlies ihn aber seine Kraft, und er sah vor, in dem Schnee liegen zu bleiben und umzukommen. In dieser Roth nahm ihn sein getreues Weib auf ihre Schultern mt trug ihn glücklich über den Grat des Bergs hinüber. Ueberhaupt sind die Frauen in dieser Gegend mehr als andere an schwere, männliche Arbeit gewohnt und daher" auch sehr stark. Das Land ist so felsig und unfrucht» bar, daß viele Männer einen Theil des Jahrs in den benachbarten türkischen Provinzen verbringen und sich mit Korbflechten und andern Handarbeiten etwas ver< dienen. Auch aus den anwohnenden Baß-Stämmen verwenden viele ihren Winter zu ähnlichem Zweck, und kommen erst im Frühling wieder in die Berge. Hingegen die Bewohner von Tijari und die übrigen unabhängigen Stämme verlassen selten ihre Bergvesten. Ueber die geistliche Amtsverrichtung des Patriarchen und andere damit verwandte Gegenstände werde ich wei« ter unten noch besonders zu sprechen Gelegenheit finden. Sein Einkommen ist mäßig; er lebt auf einfachem, patriarchalischem Fuße. Zwei Brüder und eine jüngere Schwester von etwa zwei und zwanzig Jahren, nebst fünf bis sechs männlichen und weiblichen Dienstboten, bilden sein HauS. Da die Patriarchen nicht heirathen, so führt ihm seine Schwester, die er sehr liebt, seine Haushaltung, und sie hat auch während meiner An, Wesenheit den Tisch immer schmackhaft und niedlich besorgt.