Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 86 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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8« Die »«-vnanischeu Ehrisien. der andern Seite seinen eigenen -euren auch Recht schaffen mußte. Rach reifer Ueberlegung und gründlicher Untersuchung der Sache gab der Patriarch seinen Ent, scheid endlich dahin: da seine Leute die gefangenen Kurden in ihre Häuser gebracht, so seien dieselben gewissermaffen ihre Gäste geworden, und so verbiete das Gastrecht fle zu tödten, dagegen möge man für sie ein -ösrgeld fordern von ihren Landsleuten. Ans diesem Wege wurde die Sache auch in der That beigelegt. Fünf Wochen verweilte ich in der Wohnung des Patriarchen und hatte Gelegenheit die einsichtsvollsten und bedeutendsten Männer unter de« Restorianer« aus allen Theilen des GebirgS kennen zu lernen, und durch sie mich zu unterrichten, wie dieses auf keinem andern Wege möglich gewesen wäre. Ich besuchte auch einige Dörfer und andere interessante Puncte in der Nachbarschaft. Kalleh-d'-Seringa, ein altes jetzt in Trümmern liegendes Schloß, soll eine der Hauptfestungen der Restorianer gewesen sein in ihren früher« Kämpfen mit den feindlichen Muhammedanern. Es ist auf dem Gipfel eines abgeschnittenen kegelförmigen Felsen aufgesetzt, der sich zu der Höhe von mehrern hundert Fuß erhebt, und so steil ist, daß die Ersteigung nur möglich ist mittelst eiserner in den Felsen getriebener Keile. Da aber an die Stelle derselben jetzt meist hölzerne sollen getreten sein, so fühlte ich mich nicht geneigt, über dem Versuche de» Ersteigung meinen Hals zu wagen. Das Schloß steht am Fuße des Bergs Derrik; er gilt als der höchste Gipfel in dieser Gegend. Als ich am 26. Oktober bei dem Patriarchen ankam, war dieser Berg bereits mit so viel Schnee bedeckt, daß die Maulthiere nicht mehr fortkommen konnten. In den Schluchten zwischen den hoch«