Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 84 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Dir nestvrianischen Christen. rianischen Kirche hieß mich herzlich willkommen, aber ohne jenen Strom nichtssagender Complimente und übertriebener Freudenbezeugnngen, die den Persern so geläufig find. Er äußerte, er habe schon sehr lange einen Besuch von Seite unserer Mission erwartet, bis er endlich die Hoffnung dazu aufgegeben. /■ Nun aber, da ich eine so lange und beschwerliche Reise unternommen um ihn zu sehen, so zweifle er nicht, es hätten blos die Gefahren des Weges, von denen ich ihm gesprochen, uns abgehalten, schon früher ihm die Freude eines Besuchs zu machen. "Jetzt aber» — fügte er bei >— »bist du mir doppelt willkommen. Mein Herz freut sich dein Angesicht zu sehen. Betrachte mein Haus als das deinige, und mich als deinen ältern Bruder. Es ist für uns beidc ein glücklicher Tag. Deine Reise sei gesegnet. >» Der Patriarch steht in einem Alter von acht und dreißig Jahren. Hat mehr als mittlere Größe, ist wohlgebaut, und trägt einen angenehmen und geistreichen Ausdruck im Gesicht. Sein weites, wallendes Gewand, der kurdische Turban, und der graue Bart geben ihm ein patriarchalisches und ehrwürdiges Aussehn,. das erhöht wird durch rin immerdar würdevolles Benehmen. Ohne das jugendliche Feuer in seinem Auge, und seine lebendige Regsamkeit würde ich ihn eher gegen fünfzig als erst acht und dreißig Jahre alt geglaubt haben. Seine Freunde versicherten mich aber die Weiße seines Barts und der Haare rühre nicht so sehr vom Alter als vielmehr von absichtlicher Pflege her. — Seine Stellung ist in der That äußerst schwierig und verantwortungsvoll, da er für die zeitlichen wie für die geistlichen Angelegenheiten das Oberhaupt seines Volkes ist. Den Frieden zwischen de» verschiedenen Stämmen seiner erregsamen Gebirgsbewohner unter sich und mit den sie umgebenden Kurden