Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 76 (sequence 12)
- Language
- German
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76 Bit atft»n>«i>schen Ehristtn. Kirchen eine Zufluchtsstätte findet. Eine gewöhnliche, aber strenge Strafe ist die von dem Patriarchen verhängte Ausschließung von der Kirche und selbst von dem Verkehr mit den Menschen; weßhalb dieser Bann auch sehr gefürchtet wird. Ein sehr angesehener Mann, der in der Nähe des Flusses aus dem gerader» Wege von Lesan hicher wohnt, befand flch gerade jetzt unter dem Banne, und man hütete sich daher mit ihm in Verkehr zu trete«. Dieß war auch die Ursache, weßhalb man mich veranlaßt hatte, den Umweg über Aschitha zu nehmen. Ich bemerkte, daß Jeder sein Eigenthum viel unverwahrter läßt, als sonst im Morgenland gewöhnlich; dieß diente mir zur Bestätigung dessen, was ich gehött, daß nämlich die Leute einander ttauen, und Diebe von andern Gegenden her nicht zu erwarten sind. Als ich mich darüber äußerte, daß hier die Häuser immer eins mehrere Klafter von dem andern entfernt stehe, während sonst die meisten orientalischen Dörfer sehr gedrängt sind, wurde mir ebenfalls zur Erklärung geantwortet: »Bei uns gibt es keine Diebe.» Es kann dieß freilich nur bis auf einen Grad wahr sein, indeß beweist es einen im Volke lebenden tief rechtlichen Sinn, welcher in vielen Fällen bessern Schutz gewährt, als alle die blutigen Sttafen der Türken und Perser. Wenn daher Jemand etwas Verlorenes findet, so macht er rS öffentlich bekannt, und wartet auf den rechtmäßigen Eigenthümer so lang es auch gehen mag. Die Rechtsbegriffe dieses Volkes führen auch mitunter zu beklagenSwerthen Ereignissen. Ein Fall dieser Art hatte sich in der Familie meines WirthS vor einigen Jahren zugettagen, und den Tod zweier hoffnungsvoller Knaben herbeigeführt. Der eine von ihnm ging hin und hieb einen Baum von Wetth um. Die Väter von bei-