Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« ne-onanischen Ehristen. 75 wurden jedoch meine Arzneien, der kostbarste Theil mei» ner Habe, nicht beschädigt. Ich selbst mußte auf einem langen, nackten Baumstamm, welcher die Stelle eines StegS versah, über das Wasser gehen. Die ganze Ge« gend trug einen über alle Beschreibung wilden und romantischen Charakter, der sich bald in schauerliche Majestät einkleidete, da bei ausbrechendem Gewitter den zückenden Blitzen betäubende Donner folgten, welche von de« Felswänden und Schluchten hundertfach wiederholt wurden. Wir eilten nach dem ersehnten Dorfe, und erreichten eS in einem lieblichen Thalgrunde an dem Ufer deS Zab, alS eben die Schatten des Abends sich über uns zu drei« ten begannen. Kaum hatte ich mich bequem gemacht in dem geräumigen Besuchzimmer des gastfreundlichen »Male k» (Häuptling), so fing der Regen an in Strömen nirderzuschießen, und ließ die ganze Nacht und selbst einen Theil deS folgenden Tages nicht nach. Mein Wirth, wie sein Titel es ankündigt, ist Häuptling eines Stammes, oder einer Abtheilung des großen Stammes der Tijari-Nestorianer und übt kraft seiner Würde einen großen Einfluß aus auf sein Volk. Doch trägt diese Würde mehr einen ermahnenden nnd väterlichen als richterlichen und befehlenden Charakter. Die höchste bürgerliche und kirchliche Autorität über die unabhängigen Stämme ruht in dem Pattiarchen, welcher in dieser Hinsicht zu seinem Volke ziemlich in demselben Verhältniß steht, wie der Hohepriester bei den JSraeliten in der alten Zeit. Auch die Aeltesten pflegen Sitzung zu halten, jedoch ohne viel äußeres Gepränge. Ebenso kennt man hier noch die Bluttache bei Angriffen auf das Leben, während der Ursächer des Todes, wie ehemals in den Freistädten, jetzt in den heilig gehaltenen