Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 1 (1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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s» MitceUe. ncr Ansicht nach so widersprechend und dabei so pomphaft, daß ich daS ganze für Wind hielt und erklärte, er sei ein Schwätzer. »Ein Schwätzer»? rief er aus — »min Allah, so hat mich noch Niemand in meinem ganzen Leben genannt. Ein Schwätzer! Jetzt will ich euch zeigen, wer von unö beiden so zu heißen verdient», nahm er einen von den großen Wafferschläuchen und fing an, barfuß, wie er war, den mit losen und scharfen Steinen bedeckten Berg hinauf zu steigen. Bald verloren wir ihn aus dem Gesicht, sahen ihn aber wieder wie er weiter hin einen fast senkrechten Fußsteig Hinaufstieg. Anderthalb Stunden nachher kam er auf demselben Fußsteige zurück und trug auf seinem gekrümmten Rücken den Schlauch voll Wasser, der nicht weniger als 100 senglischt Pfund wiegen konnte. Als er ihn vor uns niedersctzte, sagte er: »da, nehmt dicß von dem Schwätzer». Ich war so beschämt, daß ich gar nicht wußte, wie ich mich wegen meiner nnbedachtsamcn Worte entschuldigen sollte. Allein als er fand, daß ich mein Unrecht wirklich einsah, beruhigte er sich und sprach nicht weiter von der Sache. Erst am Abeud, als er sah, daß ich einen tüchtigen Schluck Wasser nahm, und hörte, daß ich es im Vergleich mit dem Wasser an der Küste wegen seines süßen Geschmacks rühmte, faßte er mich an, und sprach: »Junger Mann, in Zukunft nennet einen alten Beduinen nie wieder einen Schwätzer».