Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 1 (1.1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Die nrstorianischen Christen | j sich angesiedelt in dem Grenzdistrkcte von Durie, wo ei, ner ihrer Bischöfe seinen Sitz hat, 6 oder 7 Stunden von Amadieh. Ich miethete Maulthierc nach jenem Orte, sie konnten mir aber nicht, in die Stadt gebracht werden, aus Furcht, die Regierungsbeamten möchten sie für ihren Gebrauch wegnehmrn, ohne die geringste Entschädigung zu bezahlen. Ich ging also zu Fuß von der Festung herunter. Mein kurdischer Kawaß (Führer) von dem Häuptling in Akra war noch bei mir, machte aber große Schwierigkeiten mich weiter zu begleiten, auS Furcht den unabhängigen Nestorianern in die Hände zu fallen, wel» che als ein schrecklicher Bolksstamm geschildert werden. Man erzählt sich die übertriebensten Geschichten von ih, nen, und eS wurde behauptet, wenn Leute dieses Stam« mes nach Amadieh zu Markte kommen, so werde ihnen nicht gestattet in der Stadt zu übernachten, aus Besorg« »iß sie möchten sich der Festung bemächtigen. Man be, trachtet sie als unüberwindlich, und glaubt von ihnen, sie hätten die Gewalt, ihre Feinde durch die magische Wirkung ihres Blicks zu bezwingen. Unlängst kamen sie und trieben die Heerden der Kurden, um einen gegen sie stattgehabten Angriff zu rächen, unter den Wällen von Amadieh hinweg, und als die Ravend»,Kurden, nach» dem sie die ganze umliegende Gegend unterjocht, das Gebiet der Nestorianer bedrohten, ergriffen diese sechs oder sieben Kurden, schnitten ihnen die Köpfe ab, und hingen dieselben über einer kleinen Brücke auf, am Wege nach ihrem Gebiete, als eine Warnung für die Angrei, fer. Solche Geschichten werden von ihren muhammeda» Nischen Nachbarn erzählt und geglaubt, und schon diese Thatsache beweist, welchen Schrecken ihr Name ein» flößt.