Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Berg Sinai. »77 Die Ueberlieferung des Klosters in Betreff der Djebelijeh oder Leibeigenen des Klosters, wie sie uns vom Prior mitgetheilt wurde, ist Folgende. Als der Kaiser Justinian — im Jahre 527 unserer Zeitrechnung — das Kloster erbaute, sandte er 200 wallachische Gefangene, und befahl dem Gouverneur von Aegypten, 20V Aegypter zu schicken, die Gehörige des Klosters sein, demsel« ben dienen und es beschützen sollten. Im Laufe der Zeit, da die Araber eindrangen, und das Kloster vieler seiner * Besitzungen beraubten, wurden die Nachkommen dieser Gehön'gen Muselmänner, und nahmen die Sitten der Araber an. Die letzte Christin unter ihnen starb nach deS Priors Aussage vor etwa 40 Jahren im Kloster der vierzig Märtyrer. Die Leibeigenen stehen ganz und ausschließlich unter dem Kloster, so daß die Mönche sie verkaufen, bestrafen, ja sogar tobten dürfen, wie eS über sie beschlossen wird. Sie unterscheiden sich jetzt in den Gesichtszügen und Sitten gar nicht von den andern Beduinen. Ein Theil derselben wohnt noch immer auf Lagerung im Gebirge in der Nähe deS Klosters und hat die Gärten rings umher zu besorgen. Einige davon dienen abwechselnd im Kloster selbst, wo sie die niedrigsten Knechtsdienste verrichten, und im Garten wohnen. Die meisten von denen, die so um das Kloster her leben, hängen großentheils von demselben in Betreff ihrer Erhaltung ab. Wenn sie für das Kloster, was oft geschieht, im Garten oder anderswo arbeiten, so werden sie nach einer gewissen Taxe gewöhnlich in Gerste bezahlt. Auch diese haben das ausschließliche Vorrecht, Besuchende auf die Gipfel der umliegenden Berge zu führen, wofür sie auf dieselbe Weise bezahlt werden. Dieß erstreckt sich aber nicht darauf, Fremde auf ihrer Reise nach dem Kloster zu begleiten. Einen um den