Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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SS« Cw Berg Sinai. gen Eindruck des Gottesdienstes, und Alles war geeignet, Andacht und Ehrfurcht in dem Herzen zu erwecken. Die alterthümliche, doch einfache Würde der Kirche war nicht minder erhebend. Die Mönche schienen jeder seinen bcsondern Sitz oder Chorstuhl zu haben, und zwei sehr alte Leute von ihnen fielen mir ganz besonders auf, die die Responsorien und das Kyrie «Eleison mit großer Einfachheit und fichtbarer Inbrunst absangen. Der Gottesdienst schloß auch daS Hochamt oder die Einweihung der Hostie ein; aber die Mönche communicirten nicht; nur ein Fremder, ein Grieche von Tur, nahm daran Theil. Gleich nach Beendigung der Kirche rief uns Pater Reophytus, der Prior, zum Zeichen ganz besondrer Gewogenheit, in die Sakristei, um uns die Reliquien der heiligen Katharina zu zeigen, deren Leiche, wie die Mönche sagen, durch Engel von Alexandria nach dem Gipfel des Berges, der jetzt ihren Namen führt, getragen sein soll. Die Reliquien bestehen in einem Schädel und einer Hand, beide in Gold gefaßt und mit Edelsteinen verziert. Wir begaben uns nun nach dem Refektorium und erhielten unsere Plätze an der langen Tafel gleich unter den Priestern; die Laienbrüder und Pilger, hatten ihre Plätze noch weiter unten. Der Tisch war reinlich und ohne Tischtuch; einige der größer» Geschirre bestanden aus verzinntem Kupfer; aber die Teller, Löffel, Näpfe, Becher und Trinkschaalen waren alle von Zinn. Eine Apfelsine und eine halbe Cittone lagen bei jedem Teller mit einem Stückchen groben Brotes. Nach dem Tischgebete wurde eine große Schüssel mit Suppe oder Brei von Kräutern und einer Art von großem Schellfisch aufgettagen, wovon sich ei» Jeder nach Belieben selbst »ahm. Dieß und ein paar Teller voll Oliven und rohe,