Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 11 (11.1841)
- Date
- 1841-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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S48 Der Berg Sinai. diese Ebene beschrieben, keiner sie anders alS in flüchtigen und allgemeinen Ausdrücken erwähnt; vielleicht weil die meisten auf einem andern Wege das Kloster erreichten, ohne über dieselbe zu gehen; und vielleicht auch deßhalb, weil weder der höchste Gipfel des Sinai (jetzt Djebel Musa genannt), noch die noch höhere Spitze St. Katharina von irgend einer Stelle derselbe« sichtbar flnd. Als wir uns dem Berge «äderten, wurde unser Hauptführer Besharah sichtbar ganz bewegt. Er betete, daß unsere Pilgerfahrt angenehm fei» und Regen bringen möchte, und bat uns mit großem Ernste, daß, sobald wir den Berg erstiegen hätten, wir ein bestimmtes Fenster in der Kapelle nach Süden zu aufmachen möchte«, was seiner Meinung nach gewiß Regen bringen würde. Er flehte uns auch fast mit Thränen an, daß wir doch die Mönche dazu bewegen möchten, mit dem Volke Mitleid zu haben und für dasselbe auf die rechte Weife um Regen zu beten. Als wir ihm sagten, daß Gott allein regnen lassen könne, und daß sie zu ihm darum aus« blicken müßten, erwiederte er: »Ja, aber die Mönche haben dazu das Gebetbuch; redet ihnen zu, daß sie es gebrauchen, wie sie sollten.» *) Es war ein Ernst in seinem Wesen, der rührend war, aber unbeschreiblich ist. Gleich nachdem wir über den Wady esh-Sheikh gekommen, sahen wir an dem Auslauf des Wady Shu'eib einen Begräbnißplatz, der von den Arabern sehr verehr» wird. Hier sagte Besharah einige Worte des Gebet- *) Don diesem Glauben der Araber berichtet Burckhardt (Reisen. S. 909): »Die Araber glauben, das di« Gesetztafeln unter dem Pflaster der Kirche auf Djebel Musa vergraben sind..., und daß der Regen, welcher auf der Halbinsel fällt, unter der unmittelbaren Aufstcht und Anordnung Mose'» steht. Sie sind überreugt. daß die Mönche de« Kloster« im Besitze de« Taurat sind, eine« dem Mose vom Himmel gesandten