Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 11 (11.1841)
- Date
- 1841-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Herodes der Große. tli vernahm von einem »König der Juden.» Er konnte allerdings nicht vermuthen, daß er selber noch am Leben sein werde, wenn endlich der »neugeborene König» das Alter habe, vor dem Volke auftreten zu können, aber er besorgte wahrscheinlich, es hätten seine Feinde, die nationale Partei der Juden, ein Kindleln sich ausersehen, daS sie aus irgend welchen besoudern Ursachen dem Volke für den neugeborenen Messias ausgeben wollten. Da nämlich von dem makkabäischen Hause auch der letzte Schatten männlicher Nachkommenschaft weggetilgt war und also dieser Parthei ein Name und ein Banner fehlte, sich darum zu schaaren, so würde dadurch schon, daß der Glaube sich verbreitet hätte, es sei der Messias geboren, in der Stadt Davids zu Bethlehem, der Muth der Unzufn'edenen neue Nahrung und die Partei einen Mittelpunkt bekommen haben. Niemand wußte besser als Herodes selbst, wie sehr er verhaßt sei, und wie es nur Weniges bedürfe, um dem allgemeinen Unwillen einen Kern zu geben, um welchen herum sich eine Opposition häufen könnte, der er leicht nicht mehr gewachsen wäre. Herodes wußte ferner sehr wohl, welchen Widerstand der, den Römern zu leistende Eid bei den Pharisäern gefunden; ihm konnte nicht verborgen sein, daß die Schatzung, wahrscheinlich vorgenommen im Zusammenhänge mit jenem HuldigungSeide, den Widerwillen der pharisäischen und altgläubigen Juden vermehrt habe; endlich mußte er ebenfalls wissen, daß die Messiashoffnung im Volke lebte und daß je stärker der Druck lastete und die heidnische Unterjochung gefühlt wurde, auch um so lauter das Verlangen hervortrat nach dem Erlöser, dem Messias, der das Volk Gottes von den Edomitern und Römern befreien sollte. Bringen wir nun noch sein gereiztes, argwöhnisches und an grausame Maaßregeln