Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 10 (10.1841)
- Date
- 1841-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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tlO Schreit»«» au« Jerusalem. er den jüdischen Angelegenheiten rin besonderes Augenmerk zuwenden, ihre drückende Lage zu erleichtern suchen, und namentlich den Juden zu Jerusalem erlauben «erde, nach Belieben neue Synagogen und eigene Häuser zu bauen, was ihnen bekanntlich seit der ältesten Zeit verboten war. Sr hielt Wort. Schon sind hier zwei große, prachtvolle Synagogen neu erbaut, und diesen werden nächstens noch zwei folgen. Auch wohnen nunmehr unsere Glaubensbrüder in allen Bezirken der heiligen Stadt, in ihren eigenen, mitunter sehr schönen geräumigen Häusern». — Der Verfasser des Schreibens führt nun, zum Beweise der wohlwollenden Gesinnung Mehemed Ali's gegen die Juden, sein Benehmen an in einer alten Streit, sache, wovon folgendes das Wesentliche ist: »Schon vor 250 Jahren wohnten hier viele deutsche und polnische Juden, und besonders war in dem Jahre 1890 die Auswanderung nach Jerusalem von Frankfurt am Main aus nicht unbedeutend. Diese Ansiedler kauften damals von den Türken für eine starke Summe Geldes einen, in der Mirte der heiligen Stadt gelegenen sehr großen Hof, auf welchen sie ihre eigene Synagoge, eine -ehrschule und viele Privathäuser erbauten. Sie geriethen jedoch in Armuth und Schulden und mußten den Türken ihr erworbenes Besitzthum als Unterpfand versichern. Nachdem sie nun jahrelang von ihren hartherzigen Gläubigern unmenschlich gedrückt worden, fielen sie im Jahre 1721 in ihre Synagoge ein, verbrannten vierzig heilige Gesetzrollen (Abschriften der fünf Bücher Mose) und alle vorhandenen Stühle und nahmen die vornehmsten ihrer Schuldner gefangen. Dieses geräumige Hof lag nun ganz verödet, und seine zahlreichen Gebäude in Schutthaufen. Endlich im Jahre 1838 im Monat Siyan (Juni)