Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 10 (10.1841)
- Date
- 1841-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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104 jxroM der Große. aus dem Wunsche hervor, daß seine, von ihm sehr ge» liebte und durch ungemeine Schönheit ausgezeichnete Gemahlin nach seinem Tode nicht in die Hände de- Antonius fallen möge. Obschon nun Joseph den Auftrag hatte, über diesen ihm anbefohlenen äußersten Schritt ein tiefeS Stillschweigen zu beobachten, so wußten doch die beiden Frauen dermaaßen sich seines Verttauens zu bemeistern, daß er, als Beweis wie zärtlich Herodes die Mariamne liebe, den Beiden erzählte, daß er, im Falle den König ein Unglück ttäfe, verpflichtet sei, Mariam« nen auch den Tod zu geben. Diese sah aber hierin nichts weniger als einen Beweis von Liebe, und Alexandra, ihre Mutter, wird sie ohne Zweifel in dieser Ansicht bestärkt haben. Schon klebte das Blut ihres Bruders, Aristobuls, an ihres Gatten Händen; dieser Befehl bewies, wie leicht es ihm allenfalls werde, auch seine Mariamne tödten zu lassen. Salome, Herodes Schwester, war mit diesem Joseph, seinem Oheim vermählt. Als nun der König von Antonius glücklich zurück kam und von ihm erlangt hatte, daß wegen des Todes Aristobuls keine Untersuchung statt finden dürfe, erfuhr er von seiner Schwester, Joseph sei während seiner Abwesenheit mit den beiden fürstlichen Frauen auf sehr verttautem Fuße gewesen. Mariamne gestand, daß sie das Geheimniß der von Herodes an Joseph hinterlassenen Aufträge kenne. Der König argwöhnte das Schlimmste, ließ Joseph unverhört hinrich, ten, und setzte Alexandra in Gewahrsam. Seiner Gemahlin erklärte er zu verzeihen; aber er hegte Argwohn und sie Mißttauen, und die Ehe war vergiftet. Im Jahre Zt (vor Ehr. Geb.) entschied die Schlacht von Actium über daS Schicksal des römischen Reiches. Der besiegte Antonius mußte dem Sieger Octavian di«