Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 10 (10.1841)
- Date
- 1841-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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fttrotri dir Große. 801 vermied dadurch alle die Leidenschaften, welche er durch Erwählung oder Nichterwählung eines angesehenen Mannes aus den Familien von Jerusalem unter diesen hervorzurufen fürchtete. Unter den Flügeln des römischen Adlers nach innen und außen stark, durch die Verbindung mit Mariamne an das makkabäische Haus geknüpft, und durch die Einsetzung des neuen Hohenpriesters auch von dieser Seite gedeckt, konnte nun Herodes sich der Hoffnung hingeben in Ruhe über sein Volk zu regieren. Aber seiner Krone fehlte ein doppelter Schmuck, ohne welchen für einen Regenten kein Heil ist: die Weihe Gottes, und die Liebe des Volkes. Hatte er sich ohne göttliches Recht an die Stelle des makkabäischen Hauses gesetzt und durch Vermählung sich in dasselbe eingedrängt, so begann auch von diesem Hause aus der Fluch an der Blüthe seines Glücks zu nagen. Mariamne seine Gemahlin hatte einen jünger» Bruder mit Namen Aristobul, väterlicherseits Enkel von Aristobul II., mütterlicherseits Enkel von Hyrcan, dem alten Hohenpriester. Er war der letzte männliche Sprößling des alten Fürstenhauses. Prangend in jugendlicher Schönheit war er der Liebling des Volkes, darum bald auch der Gegenstand politischer Hoffnungen und Zwecke von Seite der pharisäischen Partei, somit aber für Herodes ein Stein deS Anstoßes und des Argwohns. Die Mutter dieses Aristobul und der Mariamne war noch am Leben. Sie hieß Alexandra und war die Tochter Hyrcans; ihr Gemahl hatte Alexander geheißen und war ein Bruder deS AntigouuS gewesen, welchen Herodes besiegt. In dieser Alexandra lebte der Ehrgeiz und die stolze Erinnerung der Fürstenfamilie, von der sie ein Sprößling war. Schwer nur konnte sie sich darein