Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Da« Buch -«noch. r«L noch mehreres andere zugegangcn sei: darauf läßt sich die Sage nicht ein. Sie ist nur die Sage, und hat darum nichts zu thun, als zu sagen; und sie weiß wohl, daß das Unwahre und Phantastische bei den Menschen leichter Eingang findet, alS die ernste, gesunde Wahrheit. In den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche breitete diese Sage fortwährend ihre Fittige auch über die Christen auS, und die Vater der Kirche-, welche die ersten hätten sein sollen, diesen alten Sauerteig jüdischer Schwarmgeisterei auszufegen, schenkten zum Theil der, selben sogar Glauben, und Tertullian hält das zu seiner Zeit herumgebotene Buch Henochs für ein Lchtes Werk des Geistes. Andere freilich, wie z. B. Hieronymus, verwahrten sich vor einem solchen Glauben und wieder« holten, es sei dasselbe als apokryphisch zu bettachten. Auch die arabischen Schriftsteller kennen Henoch und geben ihm den Beinamen EdriS oder Jdris, welches Forscher bedeutet. Sie erzählen von ihm dasselbe, was die Bibel sagt, nehmen dann aber auch alles auf, waS ihnen die Sage darbot. Die von ihm hinterlassenen, schriftstellerischen Werke, voll geheimer Weisheit, hätten dreißig Bände ausgemacht; er habe gegen die gottlosen Nachkommen Kains schwere Kriege geführt und die Ge« fangenen zu Sklaven gemacht, und dergleichen mehr. III. Von den Fabel» über die Person HenochS wenden wir unS zu den Büchern, die ihm zugeschrieben werden, und namentlich dem Buche, daS die Kirchenväter kann« ten, und daS jetzt in äthiopischer und daraus wieder in deutscher Uebcrsetzung vor uns liegt. Gleichwie die Sage auch den König Salomo benutzt und fabelhaft verunstaltet hat, und dann spätere Zeiten