Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Da- Buch Hrnoch. »S» irdische Lebensdauer währte also nicht langer, als wie wenn — nach unser» jetzigen Zeitverhältnissen — ein junger Mann in der Mitte der zwanziger Jahren abscheidet. Alles was uns von ihm berichtet ist, liegt zusammengefaßt in den Worten: »er blieb in einem gött, lichen Leben» 1 Mose 5, 22., und dieses sein »göttliches Leben» wird im 24sten Verse als Ursache angegeben, weßhalb ihn »Gott hinwegnahm und er nicht mehr gesehen wurde». Die Worte, welche Luther übersetzt hat: ein göttliches Leben führen, lauten genau nach dem Grundterte: mit Gott wandeln. Die Redensart: »mit Jemand wandeln» bezeichnet aber einen unmittelbaren Umgang und Verkehr, *1 und deutet hier an, daß Henoch in besonderm Maaße der Gemeinschaft mit Gott genoß und in derselben blieb, wie nicht leicht ein anderer unter den Frommen des alten und des neuen Bundes. Die heilige Schrift braucht nirgends überttiebene oder zu viel sagende Ausdrücke, auch geht sie nicht in Ausmalungen ein, um das Geheimniß des innern Lebens der Gemeinschaft mit Gott zu schildern; in reiner, ein, facher und zugleich erhabener Wahrheit sagt sie uns daher auch von Henochs heiligem Wandel nur in den kürzesten und einfachsten Worten, daß er »mit Gott gewandelt», und Gott ihn darum zu sich genommen habe, in der besonder« Weise, daß er »nicht mehr gesehen wurde». Auch hier wird der Schleier, der auf dem Verfahren Gottes mit seinem treuen und geliebten Diener ruht, nicht in der Art gehoben, daß uns der geheimnißvolle Vorgang des nähern erzählt würde; die Schrift begnügt sich, daS zu nennen, was der sinnlichen Wahrnehmung der Zeitgenossen offenbar wurde, nämlich, daß ♦) Man vergleiche im Grundterte l ©am. 25, 15. unk Psalm 35, t*.