Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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22C Simsen. nicht versagen. Wir bemitleiden die Schwachheit, man kann sagen die Thorheit, mit der er in die Falle, die ihm gelegt wird, sich locken läßt; wir zürnen dem Klein, muth und der Verzagtheit seiner Zeitgenossen, die ihn in der Stunde der Gefahr im Stiche lassen; wir folgen ihm mit schmerzlicher Theilnahme in seine Gefangenschaft und der Hohn der Philister über den blinden, gelähmten Helden thut uns wehe, und nur mit einem Gefühle wchmüthigen Leides scheiben wir von den Trümmern des Dagontcmpels, wo seine Leiche bedeckt liegt von den Tempclsäulen "und tausend Feindesleichen. — Nachher aber bedenken wir doch auch seine hohe, von Gott ihm besonders gegebene Bestimmung, und können uns der Empfindung nicht erwehren, daß sein herbes Geschick ein selbstverschuldetes war, und er erscheint uns als ein Mann, der die ihm vorgezeichnete Bahn muthwillig ver, lassen und mit der Gefahr gespielt hat; wir urtheilen vielleicht von ihm, daß er, wieKönig Saul oder gar wie Judas Jscharioth, in der eigenen Sünde uutergcgangen sei. Wir dürfen annehmen, daß bei den meisten unserer Leser, neben der Bewunderung und neben der mitleidigen Theilnahme, sich doch so ziemlich jenes dritte Gefühl als das vorherrschende werde festgesetzt haben: nämlich jenes zuletzt bezcichnetr Gefühl des Unmuthes über seine Verirrungen, und wenige von ihnen dürften geneigt sein, unter den großen Glaubenshelden des Alterthums, unter den aus, gezeichneten Werkzeugen in der theokratischen Führung Gottes mit seinem Volke uns auch einen Simson nennen zu wollen. Das ist es nun aber, was wir in Zweifel stellen; ob nämlich diese, wie wir zu behaupten wagen, allge, meiner« Ansicht von Simsons Charakter und Leben die richtige, also diejenige sei, welche die heilige Geschichte