Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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»20 ©unt der Dinge im Morgenland«. Bulgarien - war es zu Aufstand und Blutvergießen gekommen, aber, wie wir schon früher gemeldet (S. 1601, grausam un« »erdrückt worden. Für die mißhandelten Christen verwendeten sich europäische Mächte, und die Pforte sah sich zu einem Schritte genöthigt, der für sie etwas Neues war. Sie hat nämlich einen mildern Mann, Jakub Pascha von Adrianopel, gesendet, welcher den Mustapha Pascha von Nissa absetzte, die Christen beruhigte, sie in ihre Dörfer zurückführte und eine gerechtere Verwaltung begann. Lenken wir endlich nach 'Konstantinopel selbst ein, so finden wir dort die Glieder der Regierung in Spannung und Verlegenheit. Die Ursache liegt in der nicht mehr zu. läugnenden, bedenklichen Kränklichkeit deS Sultan Abdul-Medschid. — In der Türkei, mehr als in jedem andern absolut regierten Staate, hängt alles an der Person des Alleinherrschers. In andern Ländern bilden neben dem absoluten Staatsoberhaupte die Geistlichkeit, der Adel, daö-Herr, die reichen Be» sitzer, die gebildeten Classen und die von ihnen getragene öffentliche Meinung eben so viele Gewalten, welche der Macht des Alleinherrschers bald ein Gegengewicht entgegensetzen, bald, in schweren Fällen, ihr zum Halt und Stütze dienen. In der Türkei fehlt dieses alles; das Herr ist muthloS, unwillig, verabscheut die europäischen Einführungen und hat, worauf — besonders bei den Türken — alles ankommt, den nationalen Geist verloren; die Ulemas oder Schriftgelehrten, sonst von großem Einflüsse, sind empört über die, dem alten Glauben zuwider laufenden Neuerungen, und haben außerdem durch die Ausrottung der Janitscharen ihre rechte Hand verlo-