Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1841-07-01 · 7 (7.1841) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
7 (7.1841)
Date
1841-07-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4872516-5427212-5427306--1479-4873945
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

213 Di» Kurden. Kurdistan, ergriffen haben, und also bis an den Euphrat und die syrische Gränze vorgerückt sein. Deffenungeacht hat man bis jetzt noch nichts vernommen von Truppender Bilder überhaupt. auch diese Erzählung; heute glauben sie daran und die Sage lebt noch im Munde de» Volks. Man zeigte mir eine Quelle, welche in einer Höhle versteckt eine Viertelstunde östlich der Statt liegt. Meine Begleiter erzählten mir, der Träger jene» Gesichtsabdruckr» in der Leinwand habe die Statt schon fast erreicht gehabt, a>» eine Schaar Reiter ihn an jener Quelle einholte. Er verbarg sich in der Höhle, wurde aber in derselben gesteinigt, und so blieb da« Bild durch Jahrhunderte unbekannt, bi» die Mönche e» zu der ihnen gelegenen Zeit an» Licht zogen oder vielmehr e» gefunden zu haben Vorgaben. Da» wunderbare Bild, hoffte man, werde Eteffa vor jedem Feinde schützen. und wirklich belagerten die Perser zweimal vergeblich die Stadt. Aber die Araber eroberten Eteffa» und da» Heiligthum schmachtete dreihundert Jahre lang in der Gefangenschaft der Ungläubigen, bi» die Kaiser von Konstantinorel e« für >2,000 Pfund Silber und Herausgabe von 200 muhammedanischen Gefangenen erkauften. Man sieht, da» Bild von Eteffa ist da» orientalische Gegenstück zu dem berühmten Schweißtuche der Veronika bei den römischen Katholiken. Da» eteffenische Heiligthum soll sich gegenwärtig in Genua befinden. — Orfa, wie Edrffa jetzt heißt, ist noch immer eine große und schöne Stadt, ganz au» Steinen erbaut, mit stattlichen Mauern und einem Eastelle auf dem Felsen. Auf dem Lastest ragen zwei hohe Gäulen empor, welche mit römischen Adlern geschmückt sind. Vom höchsten Alterthum sind die Mauern eine» Gebäude» und eine« Thurme» (jetzt eine Moschee) im Innern der Stadt, au» großen schön behauenen Quadern ohne Mörtel aufrinandergesügt. Am Fuße de« Lastest» sammelt sich da» Wasser mehrerer Quellen in zwei Becken, die von hohen Weiden, Platanen und Lypressen umringt sind, und neben denen sich eine Moschee mit schönen Kuppeln und Minaret» erhebt. In der klaren Fluth schwimmen eine zahllose Menge von Karpfen, die Niemand anrührt, weil sie heilig sind und Jeder, der davon ißt. nach der Sage blind wird. — Orfa liegt an kahle Felsen gelehnt. aber von hier abwärt» gegen Süden fängt die Wüste an. eine unabsehbare Fläche, in diesem Augenblick (Anfang» April) mit Grün bekleidet, bald aber verdorrt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.