Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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SOS Di» Kurten fünfzehn Man» mit ihren Zelte». Die Pferde wurden zu zwei oder vier hinter die Flöße gebunden, und so überschritt die ganze Reiterei den 300 Schritte breiten, sehr reißenden Sttom, ohne ein Thier einznbüßen. Das Schloß Sayd-Beys lag auf einer Felsspitze, welche nur durch einen unwegsamen Grat mit dem üb« rigen Gebirge znsammenhing, sonst aber nach drei Seiten steil abfiel. Um diese Burg beschießen zu können, mußte schweres Geschütz ans die rechts und links empor« ragenden Felsenhöhen hinanfgeschafft werden. Bei dieser Art von Kraftanstrengung leisteten die Türken das Unglaubliche. Hr. v. M. versichert, eS sei buchstäblich wahr, daß sie mit der Ankunft ihres Geschützes Adler ans ihren Horsten aufgescheucht, und fährt fort: "Nie habe ich geglaubt, daß ohne alle andern Instrumente alS ein paar hölzerne Stangen, blos mit Menschenhänden so etwas zu leisten sei. Vor jedes Geschütz wurde ein halbes Bataillon gespannt, die andern gingen voran, hieben Bäume um, wälzten riesenhafte Steine aus dem Weg, die donnernd in die Kluft stürzten, oder hoben die Räder über Blöcke, die nicht weichen wollten... Ich sehe, daß im Kriege ein tüchtiges Anfassen viel Gelehrsamkeit ersetzt». Das Schloß selber hatte keine Kanonen, und Sayd- Bey konnte daher das feindliche Feuer nicht erwiedern; nur wer den Festungsberg erklttterte, oder im Thale sich bewegte, wurde von den Wallbüchsen erreicht, mit denen die Belagerer auf große Weite mit unglaublicher Sicherheit schossen. Obschon aber das türkische Geschützfeuer von den benachbarten Felshöhen aus, wegen großer Entfernung, nicht sehr wirksam sein konnte, so war doch die Besatzung nach wenigcrr^Tagcn zur Uebergabe bereit, denn das Schloß war zwar stark durch seine Lage, aber