Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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190 vir Kurven. aller übrigen Provinzen des türkischen Reiches ist, so erlaube ich mir eine kurze Erörterung. Die Kurden zahlten früher gar keine Steuern, aber fortwährende innere Fehden zertraten ihre Saatfelder, zerstörten ihre Dörfer und niemand fand Schutz gegen einen Mächtigcrn, außer in seiner eigenen Gegenwehr. Jetzt herrscht Friede unter den einzelnen Stämmen, und wenn auch diese erste Bedingung eines gesitteten Zustandes durch Abgaben an die Regierung erkauft wird, so kan» man darin doch nur einen Fortschritt zum Bessern sehen. Die Rajahs (Nicht-Muhammedaner) steuern hier überall mehr als die Muhammedaner; der Eharadsch (Kopfsteuer) dem sie unterworfen sind, ist indeß bekanntlich nur sehr gering, und wenn die Rajahs außerdem zu mancherlei Leistungen herangezogen werden, so ist darin, sofern es nicht mit Härte und auf kränkende Weise geschieht, nichts Ungerechtes, da sie ihrerseits von der härtesten aller Steuern, der Conscription befreit sind. Der wahre Grund zur Klage liegt überhaupt nicht darin, daß die Steuern hoch, sondern daß sie Willkür, lich sind. Ich meine nicht, daß man sie auf eine gewisse Summe firiren sollte, wohl aber auf einen bestimmten Tdeil des Einkommens oder Vermögens. Wenn die Regierung heute den Ertrag eines Morgens Land für ihr Bedürfniß in Anspruch nimmt, so würde der Landmann künftig statt zehn Morgen eilf anbanen, denn deS unbenutzten fruchtbaren Bodens ist genug vorhanden und man ist sehr weit davon entfernt, daß die Arbeit, wie bei uns an vielen Stellen, eine nicht mehr zu überbieteude Anspannung aller Kräfte sei. Allein waS würde geschehen, wen» der Landmann dieses Frühjahr eine doppelte Feldsiächc bebaute? Man würde ihm im Herbst