Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 6 (6.1841)
- Date
- 1841-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Araber. (•I versicherte mir, daß das Pferd selbst bei der glühendsten Hitze nie an einem Bache anhalte, um zu trinken, und daß wenn ich hinunterfiele, es stehen bleiben werde, bis der Reiter wieder oben fein würde. Ferner machte er mich aufmerksvm auf einen glückweissagenden Haarwirbel am Halse in Form einer Eypresse, und darauf, daß das Pferd drei weiße Füße habe. (Ein und zwei weiße hat man gern, drei sind die vollendetste Schönheit, vier aber gilt für so häßlich, daß niemand ein solches Pferd kaufen mag). Die Pfeife und der Kaffee machten meinen Gast ganz zutraulich, ich erfuhr, daß er selbst ein Scheikb seinen Lauf. Dem Schein, kommt e« darauf an. nicht so schnell — sondern so laimsam wie möglich )u reiten. Indem er beständig nach seinen Verfolgern umblickt, hält er sich auf Schußweite von ihnen entfernt; dringen sie auf ihn ein. so beschleunigt er seine Bewegung; bleiben sie zurück, so verkürzt er den Gang de« Tkier«; halten sie an. so reitet er Schritt. In dieser Art geht die Jagd fort, bis die glühend« Svnnenscheibe sich gegen Abend senkt; da erst nimmt er alle Kräfte seine« Rosse« in Anspruch; er lehnt sich vorn über, stößt di« Fersen in die Flanken de« Thier« und schießt mit einem lauten Zallah! davon. Der feste Rasen erdröhnt unter dem Stampfen der kräftigen Hufe, und bald zeigt nur noch eine Staubwolke den Verfolgern die Richtung an, in wslcher der Araber entsteh. Hier, wo die Sonnenscheibe fast senkrecht zum Horizont hinabsteigt. ist die Dämmerung äußerst kurz, und bald verdeckt die Nacht jede Spur de« Flüchtling«. Di« Türken, ohne Lebrn«- mittel für sich, ohne Wasser für ihre Pferde, befinde« sich wohl zwölf oder fünfzehn Stunden von ihrer Heimath entfernt in einer ihnen ganz unbekannten Gegend. Wal war zu thun. al« umzukehren und dem erzürnten Herrn die unwillkommene Botschaft zu bringen, daß Roß und Reiter und Geld verloren sei! Erst am dritten Abend treffen sie halb todt vor Erschöpfung und Hunger, mit Pferden, die stch kaum noch schleppen, in Mardin wieder ein; ihnen bleibt nur der traurige Trost, über diese« neue Beispiel von Treulosigkeit eine« Araber« zu schimpfen, wobei sie jedoch genöthigt sind, dem Pferde de« Derräther« all« Gerechtigkeit wieterfahren zu lassen, nnd einzugestehen. baß ein solche« Thier nicht leicht zu theurr bezahlt werben kann. Aber am folgenden Morgen, al« eben der Imam zum Frühgebet ruf», hört der Pascha Hufschlag unter seinen Fenstern, und in den Hof reitet ganz harmlo« unser Scheikh. »Gidi (Herr)»! ruft er hinauf. "Sibi! willst du drin Geld oder