Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 6 (6.1841)
- Date
- 1841-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Cie Araber. dessen jeder seine Schlafstätte bereitet. Unser Zelt, das einzige bei der Earavane, stand außerhalb und wurde mit einer besondern Wache versehen. Die Kameele und Maulesel werden nun ganz frei in das hohe Gras getrieben und suchen sich das Wasser selbst auf, die Pferde aber stehen gefesselt an den Füßen; ein Strick aus Ziegenhaar vereint, mittelst zweier Schleifen den rechten Vorder - und Hinterfuß, und wird n'ickwLrtS durch einen Pflock an der Erde befestigt. Sobald aber die Dämmerung eintritt, werden die Kameele, welche sich oft eine halbe Stunde weit zerstreuen, versammelt. Die Führer rufen ihnen mit lauter Stimme zu, jedes kennt daS Poah! Poah! seines Herrn, und kommt folgsam herbei. Innerhalb des Vierecks werden sie regelmäßig aufgestellt; der kleinste Knabe regiert das große, kräftige, aber durchaus wehrlose und harmlose Geschöpf; er ruft: Krr! Krr! und die gewaltigen Thiere werfen sich geduldig auf die Vorderkniee, dann falten sie die langen Hinterbeine, und nach allerlei seltsamen schaukelnden Bewegungen liegen sie in Reihen, eines neben dem andern, am Boden, den langen Hals ringsumher bewegend und sich umsehend. Mir ist immer die Aehnlichkeit des Kameelhalses mit dem des Sttaußes aufgefallen, und die Türken nennen diesen Deve - Kusch, <> Kameel - Vogel». Eine dünne Schnur wird dem liegenden Kameel um das gebogene Knie gebunden; wenn es sich erhebt, muß es auf drei Beinen stehen und kann nicht fort. Wenn am Morgen da- Thier beladen werden soll, so legt es sich schnarrend und mit kläglichem Gestöhn und Seufzen nieder, um seine Last aufzunehmen, und setzt die Wanderung fort. Der Marsch des zweiten Tages führte unS nach Kessy- Köpry, der Ruine einebefestigten HauseS neben einer zerstörten Brücke über einen Bach, der jetzt noch fein