Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Stank ter Dinge im Mvrgenlande. ISS Hellene». Nicht blos einen deutschen König in Athen, einen griechischen Kaiser möchten sie in Konstantinopel. Das Gelingen des Aufstandes in den zwanziger Jahren läßt sie hoffen, daß auch dieses noch zu erreichen sei. Die nördlichen, noch unter dem türkischen Joche liegenden Griechen blicken nach dem befreiten Süden, und können nicht ruhen bis ihnen ein gleiches Loos der Befreiung gefallen, und der unabhängig gewordene Süden sieht mit Unwillen und Schmerz die Gränzlinie, welche die europäische Politik mitten durch Griechenland gezogen, und sie möchten daS freie Gebiet über alle Gränzlinien und über Berg nnd Thal ausdehnen, so weit als Griechen wohnen, wenigstens so weit das alte griechische Kaiserreich sich erstreckte. Endlich kommen nun noch weitere Kräfte hinzu und setzen diese längst gespannten Springfedern in Bewegung. Aus welcher Quelle diese neuen Anregungen und Aufwiegelungen herfließen, läßt sich noch nicht mit Gewißheit sagen. Genug, die Thatsache liegt da, daß in verschiedenen Provinzen des türkischen Reichs, besonders aber in dem alten Griechenland, die christlichen Rajas, die, wenn sie auch nicht vom griechischen Stamme sind, doch die griechische Religion bekennen, bearbeitet und zu einem größer» Aufstande hingctrieben werden. ES verhält, sich damit, wie mit den Gewittern in der Sommerzeit. Man fühlt die elektrisch gefüllte Luft drückend und beengend; man erwartet mit Gewißheit ein Ungewitter. Verzieht eS sich heute, so bricht eS morgen aus. So können die Gefahren, welche der Türkei in ihrem Innern drohen, sich anders wenden als es den Anschein hat, sie können später ausbrechen als man glaubte, aber immer bleibt eS richtig, daß über der Türkei ein verderbcnschwangereS Gewitter brütet, dessen zerstörenden Ausbruch man früher oder später zu gewärtigen hat.