Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 5 (5.1841)
- Date
- 1841-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Kosra. IS» wollte, und von denen man behauptete, daß sie außer der Zeit und nicht am Platze seien. In den ersten Jahren des Hiükia, Königs von Juda, erlag der letzte König von Ephraim, der ebenfalls Hosea hieß, mit seinem Reiche den Angriffen des assyrischen Eroberers Salmanaffar (im I. 721). *1 Bis gegen diese Zeit reichte die Thätigkeit des Propheten Hosea. Er stand also zu dem Reiche Ephraim ungefähr wie sein Amtsgenoffe Jeremia zu dem Reiche Juda. Gleich Schutzengeln, welche mit verhülltem Haupte der Bahn eines Unglücklichen folgen, den sie nicht retten können, so überwachte» Jeremia und Hosea, die Propheten des HErrn, jeder den Untergang seines Vaterlandes, und predigten vergeblich im Namen eines Gottes, aus dessen Wegen das Volk und seine Führer rettungslos gewichen waren. Den religiösen Zustand des Reiches Ephraim in dem genannten Zeiträume haben wir entwickelt aus Veranlassung des Propheten Amos, **) welcher in diesem Reiche der unmittelbare Vorgänger des Hosea war, und denselben Jrrthümern und Sünden mit seinem Zeugnisse entgegenttat, die zu Hosea's Zeit noch die nemlichen waren, und nur weiter sich entwickelt und ihre verhäng« nißvollen Folgen gereift hatten. Die Ephraimiten huldigten einem religiösen System, welches dem Propheten die schwierigste Stellung gab. Würden sie entschieden zum Götzendienste sich bekannt haben, so war gegen offenen Abfall das Zeugniß leichter. Würden sie, zwar ohne sittlichen und lebendigen Ernst, aber doch an dem Glauben des geoffenbarten Gottes festgeblieben sein, so *) Ueber die letzte Zeit des ephraimitischen Reiche« »erql. man 3ahrg. 1839, D. 225 ff. und 232. **) 3<thrg. 1840, ©. 227 ff.