Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 4 (4.1841)
- Date
- 1841-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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108 Da» Osterfest. Ein zweiter Fall dieser Art fand im Jahre 1744 statt, wo die Evangelischen das Osterfest am 29. März, die Katholiken am 5. April feierten. Eine dritte solche Abweichung würde 1778 und eine vierte 1798 eingetreten sein, wenn nicht auf den Antrag des Königs von Preußen, Friedrich II., evangelischerscits im Jahre 1775 wäre beschlossen worden, für die Zukunft an die gregorianische Berechnung sich anzuschließen. Ein gleiches thaten die evange, lischcn Kantone der Schweiz, Dänemark und Schweden. Auf der Grundlage der oben angeführten, alten Oster- Regel und nach den genannten Berechnungen schwankt nun in unfern Jahren das Osterfest hin und her, und mit sich schiebt es alle die andern beweglichen Feste, welche von ihm abhängcn. Die beiden äußersten Gränzpuncte für Ostern sind der 22. März und der 25. April. Früher als an erster«, später als an letzter« Tage kann nie Ostern sein. Zwischen den genannten Daten aber hat das Fest seinen, auf den obigen Regeln ruhenden Spielraum. Wer sich etwa darauf freut, einmal Ostern an seiner äußersten Gränze zu erleben, muß noch jung sein oder ein ziemliches Alter zu erreichen hoffen, denn erst im Jahr 1886 wird Ostern auf den 25. April fallen. Dieser unstäte Wechsel eines so bedeutenden Festes, von dem noch mehrere andere abhängig sind, hat manches störende, und für die Verhältnisse des bürgerlichen Lebens wäre etwas gewonnen, wenn Ostern einen fester« Stand im Jahre hätte, ohne daß dadurch etwas würde verloren sein für das kirchliche Leben. Man hätte, statt dcö Hin- und Herschwankens in einem Zeiträume von fünf Wochen, ein Mittel festsetzen und Ostern z. B. auf den ersten Sonntag deö Aprils für ein, und allemal verlegen können. Unstreitig hätte die Kirche dazu -das Recht so gut gehabt, als den Ostertag an einen