Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 3 (3.1841)
- Date
- 1841-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«8 Da- Osterfest Durch diese Darbringung der Erstlinge der Ernte am löten Nisan wurde aber die ganze Jahresrechnung ge, regelt und daS menschliche Jahr an das astronomische geknüpft. Um diese zu erläutern müssen wir sagen, wie die Zeitrechnung der Israeliten beschaffen war. Sie hatten Jahre und Monate. Zwölf Monate machten ei» Jahr. Die Lange eines Monats wurde aber nicht nach astronomischer Rechnung bestimmt, sondern die Zeit von einem Neumonde zum andern bildete, einen Monat. Der neue Monat begann mit dem Tage, wo die blaße Si« chel des erneuten Mondes am abendlichen Himmel an» sing sichtbar zu werden; er dauerte bis der Mond als Neumond verschwand, und das Wieder, sichtbarwerden des Mondes war der Anfangspunct eines zweiten Monats. So folgten sich ohne Schwierigkeit die zwölf Monate des Jahres. Sie schlossen sich genau an den Lauf des Mondes an; unmittelbar auf den Neumond begann der Monat, und genau in der Mitte desselben hatte man Vollmond. In jenen Ländern, wo der Himmel selten getrübt ist, und wo auch die Länge von Tag und Nacht nicht so stark abwechselt wie bei uns, ist die Beachtung der Gestirne auch ungleich leichter. Dabei ist aber ein Uebelstand. Das Jahr hat 365 Tage und beinahe 6 Stunden. Das heißt , cs verfließt so viele Zeit bis die Erde, indem sie um die Sonne kreist, wieder auf den gleichen Punct kommt. Ein Jahr aber, daS man aus zwölf solchen Monaten zusammen, setzt, die nur von einem Neumond zum andern reichen, bekommt nur 354 Tage und nicht ganz 9 Stunden. Denn von einem Vollmond zum andern, oder von einem Neumond zum andern verfließen 29 Tage und etwas über 12 Stunden. Ein solcher Mondmonat von 29'/, Tagen — auch synodischer Monat genannt — stellt