Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 2 (2.1841)
- Date
- 1841-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
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Di» Ssiaer. 69 «us, über das Grab der Form hinauSgeschwungen und sich unter anderer Gestalt und anderm Namen ein fortgesetztes Wirkungsfeld zu erhalte« gewußt. Wir haben bereits gezeigt, wie der Pharisäismus seinen Untergang überlebt hat und sich forterhält in dem Rabbinismus und Talmudismus, während er auf die Gestaltung des Christenthums keinen Einfluß äußerte, indem sich dieses gänzlich von ihm losschied. Anders ist es mit dem EssäismuS. Diesem ist kein Einfluß geblieben auf das Judenthum, wogegen er unter andern.. Namen und Gestalten in die christliche Kirche sich wieder eingeschlichen hat. Es war dieses um so weniger nöthig oder wünschenSwerth, da daS Gute, was die Essäer hatten, überhaupt schon chr, Christenthum lag, hingegen die Grundsätze der Absonderung, die Ueberschätzung der Ehelosigkeit und unthätiger, religiöser Meditation (bei den Therapeuten) nur zum Schaden des wahren Christenthums in die Kirche konnten eingcführt werden. Wir geben zwar gerne zu, daß es schwer sein möchte, den Zusammenhang zwischen jenen jüdischen Seiten und den ersten, Mönchsideen der Chn'sten kirchengeschichtlich nachzuweisen, andrerseits ist denn doch die Uebereinstimmung zwischen beiden so auffallend groß, daß die Annahme, eS müsse dabei mehr als bloßer Zufall obgewaltet haben , unS hinlänglich gerechtfertigt erscheint, zumal das Heimathland der Therapeuten — Aegypten — zugleich auch die Geburksstätte des christlichen MönchSthums ist. Stand der Dinge im Morgenlande. Während des MonatS December und in der ersten Hälfte des Januar hat sich in den Angelegenheiten des Morgenlandes wenig zugetragen und kein einziges Er-