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Das Morgenland · 1841-02-01 · 2 (2.1841) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
2 (2.1841)
Date
1841-02-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Die Effäer. 83 Dann ging jeder an die ihm angewiesene Arbeit und das Handwerk, das er verstand. Um die fünfte Stunde (gegen Mittag) kamen sie wieder zusammen zum ge« meinschaftlichen Mittagsmahle. Vor dem Essen wusch man sich. Feierlich setzten sie sich; jedem wurde Brod und eine kleine Schüssel Speise vorgesetzt, allen die gleiche. Bor dem Essen und nach demselben wurde gebetet. Nach beendigter Mahlzeit wurde die Arbeit wieder fortgesetzt bis zur Dämmerung, und nun begab man sich zum Abendessen, daS. in gleicher Weise wie die Mittagsmahlzeit eingenommen wurde. Zum Abendessen wurden allenfalls auch Gäste zugelassen. Da sie in Essen und Trinken genaues Maaß hielten, auch nie zwei zugleich sprachen, so trugen ihre Mahlzeiten das Gepräge einer Feierlichkeit. Sie hielten strenge Zucht und jeder stand unter dem Gesetze des Gehorsams. Alleruhte auf Regel und Ordnung. Die einzige Handlung, die ihnen frei gelassen war, war dem Nächsten sich hülfreich und nützlich zu erweisen; hierüber brauchten sie bei den Obern nicht anzufragen. Sie schworen keinen Eid, aber ein Wort von ihnen war fest wie ein Eid: Sie studirten fleißig die Schriften der Alten *), und schöpften aus denselben mrdicinische Kenntnisse, mit denen sie ihrem Nächsten dienten. Wer in ihre Gesellschaft eintreten wollte, erhielt ein Werkzeug, einen Gürtel und ein weißes Kleid, *) Joseph»« schreibt mit offenbarer Vorliebe für di« Effaer. und bemüh» sich ihr System für die damaligen, griechisch gebildeten Leser in ein möglichst günstige« Licht ,u stellen. Daher kommt es, daß er über gewiffe Punkte, j. B. den Glauben, die religiösen Gebräuche, da« Verhältniß >um Tempeldienst, die alten Schriften in den Händen der Lsiäer u. s. w. so gar kurz ist, und un« über Nähere«, da« wir besonder« gerne erführen , im llngewiffen läst.

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