Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 2 (2.1841)
- Date
- 1841-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Di» tfffäer. chm Kirche sich schon geltend machten, werden vielleicht nicht mit Unrecht auf Rechnung essaischen Einflusses geschrieben. Dahin zählen wir die Ueberschätzung des ehelosen Standes und ähnliches. Nicht nur aber das neue Testammt läßt uns ohne Auskunft über die Gssäer; auch die übrigen Quellen fließen sparsam. Am ausführlichsten ist über sie der Geschichtschreiber Josephus (voll. luck. 2. 8.), und ihn wollen wir daher zum Leitfaden nehmen. Das erste, was er uns von den Essäern, oder Essenern *) meldet, ist ihre Entsagung alles dessen, was weltlich und fleischlich ist. Selbst die Ehe mieden sie, lebten ohne Frauen, und nahmen, um ihre Gemeinschaft nicht aussterben zu lassen, Kinder von Andern bei sich auf. Sie verwarfen auch den Reichthum und sogar den persönlichen Besitz, so daß unter ihnen völlige Gütergemeinschaft eingeführt war. Wer her Seite beitrat, schenkte alles was er hatte der Gesellschaft. Handel und Verkauf fand zwischen ihnen nicht statt. Jeder bot dar, was er leisten konnte; jeder empfing, was er bedurfte; alle waren gewöhnt wenig zu bedürfen. Sie befanden sich nicht blos in einer Stadt, sondern lebten in den verschiedmen Ortschaftm zerstreut. Ein Reisender dieser Gesellschaft trug Waffen gegen Räuber, aber keine Lebens« mittel. Wo er hinkam versorgten ihn die Freunde. Sie legten großes Gewicht auf Reinlichkeit. Ihre Kleidung war sauber, aber höchst einfach. Ein neues Kleidungsstück wurde nicht angethan, bis das alte unbrauchbar geworden. Sie wohnten beisammm. Mit Sonnenaufgang wurde der Tag mit Gebet eröffnet. *) lieber den Namen, den Ursprung, die Fortpflanjung dieser Sekte, — über welche« alle« nicht« juverlä-ige« bekannt ist — wollen wir weiter unten noch einig« Wort« sagen. *