Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 1 (1.1841)
- Date
- 1841-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
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so Die Sadducäer. Stelle bei Josephus (^rcl». 18, 1. 4.) hat man geschlossen, daß sie, von der Bibel nur das Gesetz Mose's anerkannten, hingegen die Propheten und die andern Schrif, ten verwarfen. Es liegt nun dieses zwar nicht noth« i wendig in jener Stelle, denn Josephus setzt dort das geschriebene »Gesetz» überhaupt dem mündlichen oder der Uebcrlieferung entgegen; auch ist der Umstand von wenig Beweiskraft, daß im Talmud gegen die Sadducäer oft auS den Propheten Widerlegungsgründe geholt werden, denn die Talmudisten nehmen es in solchen Punkten nicht so genau; hingegen ergibt sich aus der Lehre der Sadducäer selbst, daß sie unmöglich können den Propheten und den andern biblischen Büchern wirklichen Glauben geschenkt haben, da dieselben allzubestimmt das Gegentheil von dem lehren, was die Sadducäer behaupteten. Wahrscheinlich haben sie den andern Büchern außer dem Gesetz oder den fünf Büchern Mose's, nur einen ganz geringen Werth und keine eigentlich göttliche Autorität beigelegt. Dieß mag auch der Grund sein, weshalb Jesus, als ihn die Sadducäer mit einer Streitfrage in Verlegenheit setzen wollten, den Gegenbeweis nicht auS einem der Propheten, sondern aus den Büchern Mose's hcrnahm (Matth. 22, 23. u. ff.). Au Zahl waren die Sadducäer schwach und sie sollen ihre Anhänger meist unter den Begüterten gehabt haben. Vielleicht hängt damit zusammen der Vorwurf, der ihnen gemacht wird, daß sie strenge und hart gewesen seien. Werfen wir einen Blick auf das Verhältniß, in welchem die Sadducäer in der evangelischen Geschichte zu Jesu treten, so finden wir dieselben nur zwei Male ihm gegenüber, wenigstens so, daß sie ausdrücklich genannt wären. ♦) Das erste Mal, wo Sadducäer zu Jesu kom- Vielleicht ist an Stellen, wo von »Zöllnern und Sündern»