Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 1 (1.1841)
- Date
- 1841-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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vir Gchriflgelehrlrn 0 ruf untergegangen wäre; im Gegentheil, durch die Aufhebung des Tempeldienstes und das Aufhören der pnesterlichen Thätigkeit stieg das Ansehen der Schriftgelehrten noch viel höher, nur wurde nun die Ehrenbenennung Rabbi die gebräuchlichere. Das Gebäude aber, dessen Grund gelegt wurde von den Thannaim (Lehrern) nach der Zeit des Esra, und an de» fortbauten die Soferim (Schristgelehrten), dieses wurde fortgeführt und im Talmud unter Dach gebracht von den Rabbinen, und immerwährend erhalten, so daß es hmte noch eine mächtige, wiewohl veraltete, Burg ist. Die Pharisäer. Es gibt keine religiöse Gesellschaft oder Secte, welche so allgemein in einen so Übeln Ruf gerathen wäre, wie die Pharisäer. Ihr Name ist fast gleich bedeutend geworden mit "Heuchler-- und --Scheinheiliger», und manche unserer Leser haben vielleicht die Vorstellung, als seien die Pharisäer ein ganzer Verein von lauter abge, feimten Heuchlern und Betrügern, welche unter der Maske der Frömmigkeit die Gelegenheit suchten zu Befn'edigung ihres Stolzes und ihres Geizes. Allerdings gab es unter der großen Zahl der Pharisäer nicht wenige, welche in der That alle diese Vorwürfe verdienen, und noch mehr, wir müssen zugebrn, daß das ganze System der Pharisäer dem Evangelium, das Jesus lehrte, feindlich entgegenstand. Dennoch aber wagen wir es, die Gesellschaft der Pharisäer vor unfern Lesern in Schuh zu nehmen und sie aus einem andern, wir hoffen billigern, Standpunkte zu beurcheilen, als manche von ihnen bisher mögen gewohnt gewesen sein; denn wir fragen: in welcher Zeit und an welchem Orte würde eine Gesell-