Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 1 (1.1841)
- Date
- 1841-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Die Schriftgeiehrten. ihre Stütze und zu ihnen gehörte die größere Zahl derer, die als Priester oder Gelehrte amtliche Stellung in der Kirche hatten. Neben den Pharisäern, und in engster Verbindung mit ihnen, nennt unS das neue Testament die Schriftgelehrten. Diese bildeten nicht eine Secte, sondern einen Stand; sie gehörten organisch zu der jüdischen Kirche und waren wenn ein neuerer Ausdruck erlaubt ist — die Theologen derselben. Der Vollständigkeit und Deutlichkeit wegen, müssen wir daher zuerst von ihnen einiges sagen, ehe wir die drei obengenannten Selten besprechen. Unsere Leser erinnern sich, *) daß in der wiederein« gerichteten jüdischen Kirche, nach der Rückkehr aus der babylonischen Verbannung, die theologischen Lehrer den Namen Thannaim führten, und daß sie durch Aufbewahrung und Auslegung der heiligen Schrift, durch Einrichtung und Leitung des Gottesdienstes in den Synagogen, die eigentlichen Stützen des kirchlichen Lebens waren. Hierauf kam die Zeit der Makkabäerkn'ege. Diese Kriege an und für sich, und die denselben vorangegangene Hinneigung eines großen Theils des Volkes zum Griechenthum, war begreiflicherweise der Entwicklung des jüdischen kirchlich «religiösen Lebens nicht förderlich gewesen. Nach hergestelltem Frieden kehrten die Juden unter der Herrschaft der makkabäischen oder haSmonäischen Familie mit allem Ernste zu der Gestaltung ihreS eigen« thümlichen religiösen Lebens zurück. ES lag in der Natur der Umstände, daß bei dieser Thätt'gkeit der eigentliche Nerv mehr in den Händen der Theologen, d. h. der wissenschaftlich Gebildeter« liegen mußte, als bei den Priestern. Denn letztte waren nur durch Geburt und *) Siehe den vorigen Jahrgang. >840, S. 337.