Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 11 (11.1840)
- Date
- 1840-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427203-5427289--1204-4873680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
338 Di« Zeit ter Makkabäer. dem Hebräischen in's Griechische, welche letztre Sprache durch die Eroberungen der Gn'eche» und ihre Herrschaft in ganz Vorderasien und Aegypten als Sprache der Gebildeten, Gelehrten und der höher« Stände in allgemeine Aufnahme gekommen war. Diese griechische Ueber» setzung, welche unter dem Namen Uebersetzung der siebenzig Dolmetscher, oder kürzer nur der Siebenzig bekannt wurde, ist wichtig als die erste und älteste Bearbeitung deS alttcstamentlichen Tertes in einer an, dern Sprache. Bei der immer weitern und allgemeiner« Verbreitung des Griechischen trat bei den Juden selbst, wenigstens bei den im Auslande lebenden, welche, das Hebräische zum größten Theil oder ganz vergessen hatten, diese Uebersetzung der Siebenzig an die Stelle des hrbräi, schen Grundiertes und kam in allgemeine» Gebrauch. Die Evangelisten und Apostel, wenn sie Stellen des alten Testamentes anfüdren, richten sich oft, doch nicht immer, nach den Siebenzig, und in der ältesten christlichen Kirche war, bei dem Darniederliegen hebräischer Studien, das alte Testament fast ausschließlich durch die Siebenzig bekannt. In der That wird zu allen Zeiten diese Uebersetzung nicht nur zum Verständniß des alten Testaments ein nicht unwichtiges Hülfsmittel sein, sondern auch besonders dem Erklärer des neuen sich als unentbehrlich erweisen. Denn für den Ausdruck religiöser Wahrheiten in der griechischen Sprache, in welcher die Apostel schrieben, waren die genannten Siebenzig, als die ersten, welche die religiösen Begriffe der Offenbarung auf griechisch ausdrückten, gleichsam das Muster geworden für den Sprachgebrauch und die Ausdrucksweise biblischer Ideen in griechischer Mundart. In unzähligen Fällen schöpft daher der Ausleger, bei Bestimmung des Sinnes neutestamentticher Wörter, Redensarten u. s. w.