Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 11 (11.1840)
- Date
- 1840-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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3JJ v« Zeit der Makkabäer. hat sich unter cheokratischer Leitung der Propheten Haggai, Sacharja, Maleachi, unter der kirchlichen Bemühung ESrä'ö, unter der organisirenden Hand Rehemia's neu angcsiedelt. Es gedeiht wieder, wiewohl langsam, im Lande seiner Väter, aber die Stimme der Propheten ist verstummt; der Kanon deS alten Testaments ist geschloßen. Erst mit Johannes dem Täufer und mit dem, dessen Vorläufer er war, ChristuS, beginnt das Sonnenlicht der unmittelbaren Offenbaning Gottes wieder, und das neue Testament wird aufgethan. Zwischen beiden Testamenten aber liegen vier Jahrhunderte, bedeckt von nächtlichem Dunkel und tiefer Stille, in der kein Laut der Rede des Allmächtt'gen hörbar wird. Kein biblische- Buch erzählt uns ein Wort von dieser Uebergangszeit aus dem alten in's neue Testament. Einzig unter den apokryphischen Büchern geben uns die der Makkabäer einiges Geschichtliche an die Hand. Indessen ist doch der fleißige Leser der heiligen Schrift begierig über diese vier Jahrhunderte, wo die Bibel schweigt, etwas zu vernehmen. Er überschreitet diese geschichtliche Kluft nicht gerne mit einem einzigen Sprunge, ohne sich umsehen zu können nach dem, was diese Jahrhunderte dem Volke Gottes gebracht haben. Es ist aber nicht nur Wißbegierde überhaupt, die diesen Wunsch in ihm rege macht; er fühlt, daß da» Verständniß des neum Testamentes selbst viel dadurch gewinnen muß, wenn man die unmittelbar vorhergegangrne Zeit näher kennt, und einfleht, wie die Verhältnisse, die man vor^ sich fleht, geschichtlich geworden sind. Der Leser verließ am Schlüsse deS alten Testaments die JSraeliten «och unter dem Eindrücke der Ermahnungen, wie sie geflossen aus prophetischem Munde, und durch die Berichte der Evangelisten lernt er daS Judenthum kennen, wie