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Das Morgenland · 1840-09-01 · 9 (9.1840) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
3 (1840)
Issue
9 (9.1840)
Date
1840-09-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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188 Stand der Dinge im Morgenland«. rühmter Reisender, der der Lesewelt als lebendiger Ver« st^rbener bekannt ist, sich öffentlich über Ibrahim und sein Bcrwaltungssystem ausgesprochen. Obschon dieser Reisende sich laut für einen Bewunderer Mehemed Ali's erklärt und auf seine Staatsverwaltung keinen Tadel will fallen lassen, und für alle himmelschreienden Maßregeln, die der Vicekönig von Aegypten zu nehmen für gut findet, eine, wie er meint, genügende Entschuldigung oder Erklärung bei der Hand hat, so ist ihm demungeacht nicht möglich gewesen für daS Betragen Ibrabims in Syrien ein einziges beschönigende- Wörtlein ausfindig zu machen, und er hat unumwnnden zugestanden, daß den syrischen Bevölkerungen unter Ibrahim ein eisernes koos gefallen sei. Wenn nun ein solches Urtheil über die Verwaltung Syriens selbst von denjenigen gefällt wird, die doch Mehemed Ali's in Afrika ansgeführtes Regierungssystem bewundernswerth finden, so kann man ermessen, welche schwere Heimsuchung auf dem unglücklichen Syrien lasten muß. Da begreift es sich, daß ein Volk, welches in seinen ünzugänglichen Bergschluchten beinahe unangreifbare Stellungen vertheidigt und in jedem seiner zahlreichen Klöster eine wohlgelegene Festung besitzt, verzweifelnd den Versuch der Waffen wagt. Indessen wird versichert, daß der AuSbruch deS Aufstandes von außen her beschleunigt und von Europäern geleitet worden. Doch sind die Nachrichten verschieden. Den einen zufolge wäre die ganze Sache von englischer Seite her angezettelt worden. Es ist dieses nicht sehr wahrscheinlich. England hat andere Mittel. Und wenn tusammenjulocken. Alle Männer, ki« man ergriffen, wurde» in den Hof einer Easerne geschleppt, wo man die Auäwahl vornahm. Die Greise und die Christen wurden freigelaffen, aber die waffenfähigen Muselmänner wurden gebunden und mit einer Abtheilung Soldaten, wie in Frankreich die Galeerensclaren, nach Aegvpten geschickt •>.

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