Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427203-5427277--1149-4873627- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Stand der Dinge im Morgenland«. 335 ster. In allem sollen sich 24 Dörfer unterworsen haben. Die tiefer im Libanon gelegenen Bezirke waren, — .'0 weit die Nachrichten reichen — noch nicht unterjocht. Welches auch die Veranlassung dieses Aufstandes gewesen sei und ohne in die Frage über die Nothwendigkeit und Rechtmäßigkeit desselben einzugehen, werden wir doch unS versichert halten können, daß alle abendländischen Christen, welcher Confession sie auch angehören mögon, für ihre unglücklichen Brüder im Libanon von regem Mitgefühl durchdrungen sein und der festen Hoffnung leben werden, daß einem Mehemed Ali gegen unsere Glaubensgenossen in Syrien nicht könne gestattet sein, was ihm im Jahre 1827, durch Gottes Fügung und chn'stlicher Mächte Beistand, gegen die christlichen Bewohner Morea's auch nicht ist gestattet worden. Kehren wir zu dem Aufstande zurück und fragen wir nach dessen Ursachen, so liegt allerdings die erste und dringendste in der gewaltthätigen und ungerechten Verwaltung Ibrahim Pascha's. Er betrachtet Syrien als ein erobertes Land, und in einem solchen ist nach seinen Begriffen jedes Mittel gut genug *). Unlängst hat ein be« *1 To lesen wir in dem Bericht eines neuern Reisenden Folgende«: --Den Tag nach unserer Ankunft in Hom« war Jahrmarkt. Früher al« gewöhnlich waren die Thore der Stadt dem Eintritt der Landleute geöffnet, welche die Product« i.;rt« Lande« jum Verkauf brachten. und gegen tv Uhr de« Morgen« war die Stadt mit Menschen erfüllt und voll regen Leben«. Während sich Jedermann friedlich seinen Geschäften hingab. wurden die Thore geschloffen und ein halbe« Regiment Infanterie . stürzte sich plötzlich auf da« Volk. Die wildeste Unordnung herrschte in der Stadt; man hätte glauben können, sie sei vom Feind mit Sturm genommen. Jung und Alt, Christen und Muhammedaner — Alle wurden von den Soldaten ergriffen, geknebelt und durch die Straßen geschleift. Sie nahmen die «aufleute au« ihren Läden, die Handwerker au« ihren Werkstätten. Von allen Seiten hörte man da« Geschrei der Frauen und Kinder. Und da« Alle« war nicht« weiter al« eine vom Vicekönig angeorknet« Rekrutirung. der dazu gewöhnlich irgend «in Fest, einen wichtigen Markt benutzt, oder auch eine religiöse Feier verordnet, um viele Menschen an einen Ort